Gebührenverzicht gegen Parkplatznot am Lukaskrankenhaus in Neuss

Parkplatznot am Neusser Krankenhaus : Das „Lukas“ verzichtet auf Parkgebühren

Zur Lösung der Parkprobleme rund um das städtische Krankenhaus hat die Geschäftsführung der Politik Vorschläge unterbreitet. Dazu gehört der Verzicht auf eine Parkgebühr für die ersten 30 Minuten – aber kein Parkhaus-Neubau.

Im Verwaltungs-Vorstand des Lukaskrankenhauses fiel vor fünf Jahren der Vorschlag durch, auf dem Campus an der Preußenstraße 68 zusätzliche Parkplätze zu schaffen. Als Begründung zitiert der damals noch nicht amtierende Geschäftsführer Nicolas Krämer aus dem Protokoll: Es gibt kein Parkproblem. Das sahen die Anwohner der benachbarten Ehrlich- oder Virchowstraße schon damals anders. Sie haben nach Auskunft von Sascha Karbowiak (SPD) in einem Akt der „Notwehr“ schon rund 6500 Falschparker angezeigt – und der Stadt 200.000 Euro für Knöllchen in die Kasse gespült. Eine Lösung ist das nicht.

Das sieht die Politik so, die Krämer am Donnerstag in den Planungsausschuss einbestellte, das sieht auch Krämer so, der nicht mit leeren Händen kam. Eines seiner Angebote: Zu den 725 vorhandenen Parkplätzen kommen die 68 Stellplätze zeitnah hinzu, die einst vom Aufsichtsgremium abgelehnt wurden. Davon, ein Parkhaus mit rund 300 Plätzen zu bauen, für das nach Krämers Darstellung zwei bis drei Millionen Euro nötig wären, hält er dagegen wenig. Doch die Forderung steht – und die Politik war am Donnerstag nicht gewillt, den Krankenhausboss aus diesem Projekt vorschnell zu entlassen. Stephanie Wellens, (CDU), Arno Jansen (SPD), Ingeborg Arndt (Grüne) oder Manfred Bodewig (FDP) kamen unisono zu dem Schluss: „Das Parkhaus ist nötig.“ Vielleicht auch nur in Leichtbauweise. Direkt zusagen konnte Krämer aber nur, dass sein Haus ein Grundstück zur Verfügung stellen würde, wenn sich ein Parkhausinvestor findet, der dieses baut und betreibt.

Für die 168 Parkplätze, die Besuchern vorbehalten sind, wird für die erste Viertelstunde keine Gebühr erhoben. Krämer sagte im Ausschuss zu, diese Regelung auf 30 Freiminuten auszudehnen. Eine Gebührenbefreiung für 45 oder gar 60 Minuten wolle er wohlwollend prüfen lassen. 60 Minuten wären allerdings finanziell schon ein Schlag ins Kontor, sagt Krämer. Schon 30 Freiminuten würden – angesichts einer durchschnittlichen Parkdauer von drei Stunden – einen sechsstelligen Betrag kosten, rechnet er vor. Das Geld ginge von den rund 750.000 Euro ab, die die Parkplatzbewirtschaftung jährlich einbringt. Mitarbeiter, für die auch die 68 zusätzlichen Plätze gedacht sind, parken kostenfrei. Das, so versichert Krämer, sei in der Krankenhausszene die Ausnahme.

Das Krankenhaus sei bereit, an einer Lösung des Parkproblems mitarbeiten zu wollen, betonte Krämer, der dazu viele kleine Maßnahmen ankündigt oder prüfen will. Das wären: ein Pauschaltarif für Wochenenden oder 90 Minuten freies Parken; die Erweiterung der  „Sonderticket“-Palette; sowie – auf Wunsch – kostenlose Wochenendtickets für Anwohner und deren Gäste (oder Vergünstigungen in der Woche). Zudem verhandelt das „Lukas“ mit den Stadtwerken über günstige  Mitarbeiter-Tickets, prüfe die Förderung von Fahrgemeinschaften und könne sich auch einen Shuttle-Service vorstellen. Der sammelt Angestellte ein, die etwa am Südpark parken. Alles zu dem einen Zweck: den Parkdruck in der Nachbarschaft reduzieren.

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