Gebäudemanagement in Neuss mit neuer Struktur

Betriebsleiter für Gebäudemanagement: Stadt stellt das oft kritisierte GMN neu auf

Das Gebäudemanagement ist unter Druck. Viele Arbeiten mussten zuletzt liegen bleiben, weil Personal fehlt. Die Stadt reagiert und schafft neue Stellen und finanzielle Anreize. Und sie hat endlich einen Betriebsleiter gefunden.

Christian Stähler hat einen überzeugenden Eindruck gemacht. Das zumindest hört man aus dem Finanzausschuss, dem sich der 37-Jährige am Donnerstagabend in nicht-öffentlicher Sitzung vorstellte. Der Siegener, der derzeit das Bauverwaltungs- und Gebäudeamt der Stadt Hürth leitet, wird deshalb mit beinahe 100-prozentiger Sicherheit der nächste Betriebsleiter des städtischen Gebäudemanagements (GMN). Das letzte Wort hat kommenden Freitag der Rat. Seine Zustimmung gilt als Formsache.

Ordnungsdezernent Holger Lachmann hofft, dass „der Neue“, dessen Namen er vor der Ratsentscheidung ja nicht preisgeben darf, zum 1. Oktober ins Neusser Rathaus wechselt. „Der Neue“ sagt zu alledem noch gar nichts – aus Respekt vor dem Rat und dessen Entscheidung. Aber er sieht den Job in Neuss als Herausforderung an, sagte er im Finanzausschuss. Auch weil er aus einer mittelgroßen Stadt wie Hürth in eine Großstadt wechseln kann.

Diese Sicht teilt der Architekt mit Verwaltungserfahrung offenbar nicht mit der Masse seiner Kollegen. Denn die Stadt schrieb die Stelle an der Spitze des Gebäudemanagements, dem ehemaligen Hochbauamt, in den vergangenen zwei Jahren mehrfach und immer ohne Resonanz aus. Vor Monaten wurde deshalb ein „Headhunter“ beauftragt, Kandidaten gezielt anzusprechen. Am besten einen Betriebswirt. Die beauftragte Agentur wurde fündig, präsentierte dem Finanzausschuss als GMN-Betriebsausschuss aber nur einen Kandidaten.

Mit der Verpflichtung eines Betriebsleiters kann der für das Personal zuständige Beigeordnete Holger Lachmann eine große Baustelle schließen. Diese Personalentscheidung will die Stadt mit einer neuen Organisationsstruktur verbinden, zu der dem Rat ebenfalls ein Vorschlag gemacht werden soll. An der Spitze steht der Planungsdezernent Christoph Hölters. Betriebsleiter und damit für das operative Geschäft zuständiger Amtsleiter würde Christian Stähler, der Vorgesetzter von etwa 170 Mitarbeitern wäre. Zu der Rolle, die die bisherige technische Leiterin Andrea Hoffmann in Zukunft spielt, äußert sich Lachmann nicht. Und auch nicht zu der Frage, ob der als kaufmännischer Leiter vom Bauverein „ausgeliehene“ Dirk Reimann beim GMN weiter eine Rolle spielt – und wenn ja, welche.

Um das Gebäudemanagement wieder so aufzustellen, dass der entstandene Übergang an Projekten abgearbeitet werden kann, hat die Stadt erst im April zehn neue Stellen geschaffen. Vier Techniker werden in einem Sachgebiet „Klein-Reparaturen“ gebündelt. Sie sollen kurzfristig all jene Arbeiten im Bereich Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro erledigen, die vom Umfang her keine Ausschreibung nötig machen. Ein noch einzustellender Ingenieur wird sich allein den Arbeiten zum Bau der „Feuerwache Süd“ in Hoisten widmen. Zudem sollen die Ingenieure und Architekten beim GMN von Verwaltungsaufgaben entlastet werden. Eine Stabsstelle zum Beispiel widmet sich nur Honorarfragen, andere Verwaltungskräfte werden den einzelnen Sachgebieten zugeordnet, berichtet Lachmann.

Ein Problem der Vergangenheit war auch, für die Ingenieuraufgaben in einem leergefegten Markt Bewerber zu finden. Nach mäßigen Erfolgen – pro Ausschreibung stand am Ende die Neuverpflichtung von nur einem Bauleiter – entschloss sich die Stadt im April, auf den „Lockstoff“ Geld zu setzen und den Ingenieuren eine Gehaltsgruppe mehr zu geben. Im Finanzausschuss hieß es, das zeige Wirkung.