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Neuss: Gaststätte Lebioda in dritter Generation

Neuss : Gaststätte Lebioda in dritter Generation

Seit 50 Jahren ist das Wirtshaus Lebioda eine feste Institution der Nordstadt. Am 9. Mai wird das Jubiläum des Lokals, das nicht nur für Schützen und Kegelvereine oft die erste Adresse ist, mit einem Straßenfest gefeiert.

Für Oliver Lebioda hieß es Anfang der Woche noch ein letztes Mal: ausspannen. Mit seiner Frau Christin (31) und seinem Sohn Tom Luka (18 Wochen) hatte er noch einen Kurzurlaub auf einem Schiff gebucht. Drei Tage waren es nur, aber immerhin, denn dann " geht es richtig los", sagt der Gastronom. Damit meint der 36-Jährige das Jubiläum, das ihm, seinem Team und der gleichnamigen Gaststätte ins Haus steht. Am 9. Mai (Christi Himmelfahrt) wird eines der bekanntesten Wirtshäuser auf der Neusserfurth 50 Jahre alt.

Gefeiert wird dann nicht nur in den Räumen der Gaststätte, sondern auch davor: ein großes Straßenfest haben Lebioda und seine Mitstreiter auf die Beine gestellt. "Es hat bislang alles super geklappt", sagt er. "Toll, dass die Stadt das Fest genehmigt hat, obwohl die ganze Straße gesperrt werden muss."

500 Gäste allein aus den Schützenzügen haben bislang zugesagt, mit den Lebiodas zu feiern. Das ist kein Wunder, denn die Gaststätte an der Geulenstraße in der Nähe des Johanna-Etienne-Krankenhauses ist seit einem halben Jahrhundert das Domizil fast aller Schützen aus der Nordstadt. Zu Zeiten von Oliver Lebiodas Großvater Peter Lebioda gingen dort 16 Schützenzüge ein und aus, mittlerweile sind es gar 18. Auch die Zahl der Gerichte, die in der Gaststätte serviert werden, haben Peter Lebioda junior — Oliver Lebiodas Vater — und Oliver Lebioda stetig erhöht: Gab es zu Zeiten der ersten Gastronomen-Generation in der Familie nur Schnitzel mit Pommes, stehen derzeit rund 25 Gerichte auf der Karte, inklusive wechselnder Wochenangebote. Längst arbeiten in Lebiodas Küche daher vier Angestellte und sechs Leute im Service — inklusive Oliver Lebiodas Frau Christin. Sie ist eigentlich gelernte Zahnarzthelferin, aber packt in der Gaststätte mit an.

Das scheint in der Familie Tradition zu haben, denn von Haus aus Gastronom waren nicht einmal Peter Lebioda Senior und dessen Frau Anni. Er war Maschinenschlosser, sie Beamtin bei der Deutschen Post. Sie setzten alles auf eine Karte und machten die Gaststätte unter ihrem Namen auf. Mit Erfolg: In den 1970er Jahren lief die Gaststätte so gut, dass sich die Lebiodas gar mehrere Pächter ins Haus holten, 2000 übernahmen dann Oliver Lebiodas Eltern Elke und Peter Junior — der allerdings ist gelernter Koch — das Wirtshaus. Oliver Lebiodas Vater hilft auch noch viel mit, gerade in der Küche. Seit zwei Jahren hat nun aber der Sohn und damit die dritte Generation den Hut auf: Und auch Oliver wechselte das Gewerbe. Er ist gelernter Gas- und Wasserinstallateur, hatte aber stets einen Hang zum Wahlberuf der Eltern und Großeltern: "Über die Gaststätte sind über die Jahre so viele Freundschaften entstanden, das ist das Schönste an dem Beruf", sagt Lebioda, selbst Mitglied im Jägerzug Treu Kolping ist. Am 9. Mai könnten noch ein paar neue hinzukommen.

Am 1. Juni steht dann zumindest ein weiterer Termin an, der Grund zum Feiern gibt: Dann führt Oliver Lebioda die Gaststätte seit genau zwei Jahren.

(NGZ)