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Gastronomen in Neuss sind auf Öffnungen am Montag vorbereitet

Öffnung ab Montag : So bereiten sich Neusser Gastwirte vor

Voller Spannung werden ab Montag nach langer Pause die ersten Gäste erwartet. Abstände wurden vermessen, Tische und Stühle entfernt. Und alle hoffen, dass die Lockerungen nicht wieder zurückgenommen werden müssen.

Die Neusser Gastronomen sind happy, dass sie am Montag wieder, wenn auch mit Einschränkungen, öffnen dürfen. Bernhard Strencek hat in seinem Lokal „Markt 27“ die lange Theke mit rotem Band abgesperrt. Dort sitzen und plaudern ist erstmal tabu. Mit dem Zollstock hat er genau nachgemessen: „Der Abstand zwischen den Tischen muss von Tischbein zu Tischbein 1,50 Meter betragen.“ Um den einzuhalten, musste er zwei der sieben Tische entfernen. Der 68-Jährige hat seine Gäste sehr vermisst. Er hat aber in den zurückliegenden acht Wochen nicht nur Däumchen gedreht: „Ich habe unter anderem den Boden im Bierkeller frisch gestrichen. Strencek, der jetzt im 36. Jahr Wirt im „Markt 27“ ist, hofft, dass die Neuinfektionen nicht so stark ansteigen, dass die Lockerungen wieder zurückgenommen werden. Und er dankt der Kanzlerin: „Die 9.000 Euro von der Angela haben mir sehr geholfen. Das war eine faire Sache, sowas gibt es sonst in keinem anderen Land.“ Heute ab 16.30 Uhr erwartet er seine Gäste.

Karsten Lorenz vom „Café Eigenart“ kann mit dem Sprichwort „Platz ist in der kleinsten Hütte“ derzeit nicht viel anfangen. „Mein Café ist ein langer Schlauch von etwa 40 Quadratmetern. Ich darf nur eine Person pro 20 Quadratmeter reinlassen, so steht es in den Bestimmungen der Landesregierung.“ Aber Lorenz hadert nicht mit seinem Gastronomen-Schicksal: „Ich freue mich trotzdem, dass ich endlich wieder meine Gäste begrüßen kann.“ Er setzt auf seine Terrasse – und auf gutes Wetter. So ganz sicher ist er nicht, wie viele Gäste er im Außenbereich bewirten kann. Er hofft, dass ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes ihn schlau mache. Zusätzlichen Papierkram scheut er nicht: So müssen alle Gäste in eine Liste eingetragen werden, damit später eventuelle Infektionsketten nachvollzogen werden können. „Es gibt ständig neue Regelungen“, sagt der Wirt, der seit fünfeinhalb Jahren am Platz ist. Der Kontakt zu Menschen hat ihm sehr gefehlt. Heute öffnet er um 10 Uhr und ist gespannt, wie das Geschäft anläuft.

Thoma Yalda betreibt seit 2011 das „Marktcafé“. Ab heute muss der 47-Jährige darauf achten, dass die Kellner Mund- und Nasenschutz tragen, ebenso wie die Gäste: Die aber nur, wenn sie ins Café kommen – draußen brauchen sie ihn nicht. Normalerweise bietet das „Marktcafé“ im Erdgeschoss 15 und in der ersten Etage 20 Plätze. Durch die vorgeschriebenen Abstände werden es ab heute weniger sein.

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