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Neuss: Gasaustritt fordert vier Verletzte

Neuss : Gasaustritt fordert vier Verletzte

Eine vielleicht nicht fachmännisch eingebaute, auf jeden Fall aber unsachgemäß betriebene Heizung brachte Montagmorgen eine vierköpfige Familie in Gefahr.

Die beiden Söhne und ihre Eltern wirkten benommen, als sie um kurz vor 6 Uhr aus einem Einfamilienhaus an der Mühlenbachstraße kamen. Sie wurden in ein Fachkrankenhaus gebracht, teilt die Polizei mit, die mit dem Stichwort "Gasaustritt" alarmiert worden war. In den Wohnräumen stellte die Feuerwehr eine hohe Konzentration des giftigen Kohlenmonoxid fest.

Wie es dazu kommen konnte, dass diese Abgase nicht durch den Schornstein ins Freie zogen, sondern die Luft im Haus vergifteten konnten, muss die Polizei noch klären. In die Nachschau wird dann auch Bezirksschornsteinfegermeister Markus Schlüter eingebunden, dem der Zwischenfall ein gewisses Kopfzerbrechen bereitet. "Ich habe keine Meldung darüber, dass da eine Gasanlage betrieben wird", sagt er mit Blick in die Bücher. Offiziell wird das Haus über Erdwärme versorgt. Demzufolge war die Anlage auch nicht regelmäßig von einem Schornsteinfeger untersucht worden. Wurde sie gar illegal eingebaut?

Unsachgemäßer Umgang mit Heizungsanlagen, so warnt die Polizei, führe immer wieder zu bedrohlichen Situationen. Wer unsicher ist, ob seine Anlage noch ordnungsgemäß funktioniert, könne sich bei Sanitär- und Heizungsbetrieben, Energieversorgern aber auch von einem Schornsteinfeger beraten und die Anlage überprüfen lassen. Der aktuelle Fall zeige, so Schlüter, wie wichtig es ist, dass diese hoheitliche Aufgabe bei seiner Zunft bleibe.

(ots/url)