1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Gartenschau auf Standortsuche

Neuss : Gartenschau auf Standortsuche

Gartenbauer wollen die Landesgartenschau 2020 nach Neuss holen. Naturschützer erklären das favorisierte Rheinvorland zur Tabu-Zone. Alternativ wird der Westpark genannt. Gibt der Masterplan Hinweise auf Flächen?

2014 Zülpich, 2017 Bad Lippspringe, 2020 Neuss? Werner Küsters, Gartenbauer aus Rosellen, hält an seiner Überzeugung fest, dass die Stadt Neuss beste Chancen besitzt, 2020 Gastgeber der Landesgartenschau zu werden — wenn sie sich denn bewerben würde. In Augen des ehemaligen Präsidenten des Bundesverbandes für Garten- und Landschaftsbau würde die Gartenschau der Stadt Neuss die Türen für eine nachhaltige Stadtentwicklung öffnen und zudem noch ein gutes Geschäft ermöglichen: "Jeder Besucher lässt Geld in der Stadt. Davon profitieren auch Einzelhandel und Gastronomie."

Die Standort-Diskussion läuft. Das favorisierte Rheinvorland ruft den Widerstand der Naturschützer hervor. Alternativ wird der Westpark genannt, aber auch der Masterplan gibt womöglich Standort-Hinweise — Stichwort Rennbahn und "Central-Park". Die Überlegung, das Areal zwischen Kardinal-Frings-Brücke und Sporthafen in das Gartenschau-Gelände einzubeziehen, lehnt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) ab. Er erklärt den Rheinpark zur "Tabu-Zone". Der SPD-Ratsherr Ingo Stolz findet Küsters Initiative, die Landesgartenschau nach Neuss zu holen, "einfach toll", reklamiert für seine Partei und sich aber, die Diskussion bereits vor zwei Jahren angestoßen zu haben.

Derweil ärgert sich Werner Küsters über "reflexhafte Ablehnung" und wünscht sich eine konstruktive Diskussion abseits von Ideologie und Parteienstreit um Erstgeburtsrecht: "Wir sollten uns Klarheit verschaffen, welche Vorteile die Landesgartenschau für Neuss hat, und wir sollten über mögliche Flächen mit der Bevölkerung sprechen."

Das Rheinvorland sieht Küsters nur als einen von mehreren guten Standorten an: "Die Landesgartenschau macht auch mit einem dezentralen Konzept Sinn." Flächen zwischen Autobahn 57 sowie Büttgen und Grefrath, also der so genannte Westpark, seien geeignet. Die großen Gartenbauverbände würden das Projekt unterstützen.

Der Neusser Grünen-Sprecher Roland Kehl lehnt Veränderungen im Rheinvorland ebenfalls ab. Der Rheinpark sei ja das Ergebnis der Euroga 2002 plus. Kehl lenkt aber den Blick auf den aktuellen Masterplan, der östlich der Innenstadt einen "Central-Park" unter Einschluss der Rennbahn empfiehlt. Kehl regt eine Prüfung an, ob Elemente des Masterplans von der Freilegung des Erftkanals bis hin zur Freifläche am Derendorfweg zu einer Landesgartenschau passen.

(NGZ/ac)