Gäste konnten bei der 25. Neusser Lokalrunde in 15 Kneipen Live-Musik hören

Live-Musik in 15 Neusser Kneipen : Von einer Stadt, die groovt und swingt

15 Bands in 15 Kneipen: Bei der 25. Neusser Lokalrunde am Samstag Abend war für jeden Besucher etwas dabei.

15 Mal Musik von erfahrenen Bands für fünf Euro und das einen ganzen Abend lang? Das gibt es definitiv in Neuss. Denn am Samstag fand die 25. Lokalrunde statt, bei der Bands und Solo-Künstler in Kneipen und Gaststätten Rock, Pop, Soul und mehr boten.

Im „Em Schwatte Päd“ rockte ein wahres Unicum die Bühne. „Rock Bottom“-Frontmann Tony Persaud aus London zog alleine mit seiner Lederhose, seinem Hut, dem schrillen Hemd und den vielen Ketten und Armbändern die Blicke auf sich. Als richtige Rampensau durfte natürlich der Tanz mit dem Mikroständer nicht fehlen. „Wir freuen uns, wieder hier zu sein. Kommt auf die Reise in den harten Rock der 70er Jahre“, stimmte Persaud die Leute ein. Die vielen Gitarren-Soli und die rauchige Stimme zu den Songs von Deep Purple und AC/DC lockten auch Uwe Ollesch und Rainer Sputke an. Kurz vorher wurde noch das 3:1 für Fortuna Düsseldorf gegen Mönchengladbach gefeiert. „Die Party geht jetzt weiter. Mir gefällt der Stil der Band sehr gut“, so Ollesch. Im vergangenen Jahr hat ihn aber die Band „Connections 99“ sehr begeistert. „Ich hoffe, dass sie beim nächsten Mal wieder am Start sind.“

An die Stimme von Tom Waits und Joe Cocker hingegen erinnerte die Stimme von Holger Landrock im Café Wunderbar. Der Solo-Künstler sorgte auf der Neustraße für Fülle. In der Gasse, in der das kleine Café schon weitere Stühle vor anderen Geschäften platziert hatte, tummelten sich die Menschen, um seiner Interpretation von „Hallelujah“ von Leonard Cohen zu lauschen.

Ein paar Meter weiter im Rheingold war denn Frauenpower angesagt. Zu „Conga“ von Gloria Estefan sorgte Sängerin Monika Jardin von „Page 1“ für heiße Stimmung. „Wir hatten die Band schon beim letzten Mal gebucht. Sie kam so gut an, dass wir es wiederholen mussten“, erzählt Inhaber Michael Schatten. Ein Volltreffer: Denn wegen Überfüllung mussten viele Gäste der Musik von draußen lauschen – so groß war der Andrang. Mittendrin war das Ehepaar Angela Fassbender und Rainer Hellendahl. „Wir waren schon im Zollhaus und Marienbildchen, gleich geht’s zur Gießkanne.“

Das Konzept kommt an, beide sind bei jeder Ausgabe dabei. Vor allem junge Leute zog die Musik von „7even Amped“ an. An der Michaelstraße „Im Dom“ coverte die siebenköpfige Band moderne Ohrwürmer. Sänger Didi sang sehr authentisch die wunderschöne Ballade „Chasing Cars“ von Snow Patrol. „Whoo“-Rufe erntete Sängern Cati, als sie „Free from desire“ von Gala zum Besten gab. Vor allem die tiefen Töne und ihre sehr starke Stimme kamen sichtlich gut an. Damit die volle Gaststätte auch ordentlich mitgrooven konnte, warnte Didi vor: „Jetzt kommen wir zur Turnstunde. Ihr müsst jetzt eure Arme heben.“ Als äußerst textsicher bewiesen die Gäste sich, als sie die Stimme von Cati fast übertönen konnten. „Die sieben haben auch eine kleine Fangemeinde, die überall mit hin reisen“, verriet Elke Radis, Ehefrau von Schlagzeuger Michael. „Das soziale Engagement ist der Band wichtig. Im April treten sie auch für den guten Zweck in Mönchengladbach auf.“

Bei angenehmen Temperaturen „wanderten“ viele Gäste gut gelaunt von Kneipe zu Kneipe. Es lohnte sich.

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