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Neuss: Gänse werden nicht umgesiedelt

Neuss : Gänse werden nicht umgesiedelt

Der Runde Tisch über die Gänse am Jröne Meerke hat getagt. Bei dem Treffen tauschten sich Anwohner, Verwaltung, Naturschützer und der Angelverein aus. Eines steht fest: Die Tiere werden nicht umgesiedelt oder gar getötet.

Große Aufregung hatte es vor gut einem Monat auf der Furth gegeben: Die Schneegänse vom Jröne Meerke waren auf der Suche nach Futter durch die Straßen gestreunt, zudem gab es Ärger, weil auf dem See eine Algenblüte treibt und der Verdacht keimte, ob nicht eine Überpopulation der Gänse zu diesem Algenproblem geführt haben könnte. Denn der Kot der zahlreichen Tiere ist so manch einem Spaziergänger ein Dorn im Auge.

Das Ergebnis eines Wassergutachtens für das Jröne Meerke steht zwar noch aus, Umweltdezernent Horst Ferfers konnte beim Runden Tisch in dieser Woche aber bereits klarstellen, dass die Gänse nicht Schuld sind an dem grünlichen Schleier, der sich auf dem Wasser ausgebreitet hat.

Bei dem Treffen der Stadt- und Kreiswervaltung mit Anwohnern, Naturschützern und Vertretern des Angelvereins stellte Ferfers darüber hinaus klar: Eine Umsiedlung der Tiere ist ausgeschlossen, der Abschuss sowieso. Die rund 120 Schneegänse sind eine beachtenswerte Population: Die größte an einem See in ganz Europa, so die Einschätzung der Biologin Susanne Homma, die beim Runden Tisch versuchte, Verständnis für die Bedürfnisse der Tiere zu wecken.

Das Gespräch habe so manch erhitztes Gemüt beruhigt, erzählt Ferfers — was wohl auch darauf zurückzuführen ist, dass die Schneegänse das Jröne Meerke bereits verlassen haben. Sie sind bereits auf dem Weg in ihr Winterquartier, wohin ihnen bald auch die Kanadagänse folgen werden.

Für Nabu-Vorsitzende Ingeborg Arndt, die den Anstoß zu dem Runden Tisch gegeben hatte, war das Treffen eine gute Möglichkeit dafür, "dass jeder mal mit jedem Reden kann". Nun müssten aber auch Taten folgen: "Das Fütterungsverbot am Jröne Meerke muss härter durchgesetzt werden", fordert die Umweltschützerin.

Das Verbot gilt schon länger — nur hält sich kaum einer daran. Tierschützer bemängeln schon seit längerem, dass die Grünflächen um den See quasi als "Brotabladestelle" missbraucht werden. Arndt, die nicht nur im Nabu aktiv ist, sondern auch für die Grünen im Stadtrat sitzt, fordert daher stärkere Kontrollen am Jröne Meerke. "Der See braucht eine Aufsichtsperson, zumindest so lange, wie die Gänse dort brüten", sagt Arndt, die sich im Zuge dessen auch wünscht, dass nicht nur das Fütterungsverbot, sondern auch die Leinenpflicht für Hunde stärker in den Blick genommen wird.

Das allerdings würde Kosten verursachen — die Umweltdezernent Ferfers unbedingt vermeiden will. Er appelliert daher an die Teilnehmer des Runden Tischs, gegenseitiges Verständnis zu üben, und Verstöße, etwa Verschmutzungen, zu melden. Dann werde die Stadt umgehend reagieren.

(NGZ/rl)