1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Frau und Kinder in Neuss getötet: Further Bluttat: Noch keine Antwort aus dem Irak

Frau und Kinder in Neuss getötet : Further Bluttat: Noch keine Antwort aus dem Irak

Kurt L. hat eine Rechtsanwältin eingeschaltet. Der Vater von Saskia Sänger, die vor einem halben Jahr mit ihren Kindern Samara (8) und Ismail (4) in ihrer Wohnung an der Kaarster Straße von ihrem Ehemann Fallah Sänger (35) ermordet wurde, will als Nebenkläger auftreten – wenn es einmal zum Prozess kommen sollte.

Kurt L. hat eine Rechtsanwältin eingeschaltet. Der Vater von Saskia Sänger, die vor einem halben Jahr mit ihren Kindern Samara (8) und Ismail (4) in ihrer Wohnung an der Kaarster Straße von ihrem Ehemann Fallah Sänger (35) ermordet wurde, will als Nebenkläger auftreten — wenn es einmal zum Prozess kommen sollte.

Danach sieht es derzeit nicht aus, denn der mögliche Mörder, der sich noch am Tattag über die Türkei in Richtung seiner irakischen Heimat absetzen konnte, ist für die deutschen Behörden nicht greifbar.

Aber L. wartet weiter und ist deshalb noch immer in Neuss, obwohl er seine Tochter und deren Kinder in Berlin beisetzen ließ und eigentlich auch in seine alte Heimat zurückkehren wollte. In Neuss hat er Antrag auf Akteneinsicht gestellt, wartet aber noch auf einen Bescheid. So lange lebt er von dem, was gerüchteweise zu ihm durchdringt. Zum Beispiel, dass der Mann und Mörder seiner Tochter angeblich in der Türkei untergetaucht sein könnte.

Angehörige des Täters suchen ihrerseits und haben einen Steckbrief unter anderem bei Facebook veröffentlicht. Dass sie nicht wissen, wo sich Sänger aufhält, kann L. kaum glauben: "So ganz einfach kann man nicht verschwinden", sagt er.

Staatsanwalt Christoph Kumpa betont dagegen, dass es Angehörige waren, die auf die Stadt Kirkuk als Aufenthaltsort Sängers hingewiesen haben. "Uns liegen aber keine genauen Hinweise auf seinen exakten Aufenthaltsort vor", fügt er hinzu. Über die deutsche Botschaft in Bagdad hat sich die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft mit zwei Fragen an die irakischen Behörden gewandt: Wo hält sich Sänger auf, der mit internationalem Haftbefehl gesucht wird? Und: Welche Staatsangehörigkeit hat der Mann, der einen deutschen Pass besitzt, aber auf seinen Geburtsnamen Omar das Flugticket buchte. Eine Antwort stehe noch aus, bedauert Kumpa.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Familientragödie in Neuss: Der Morgen danach

(-nau)