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Neuss: Fünf Musiker im fein abgestimmten Zusammenspiel

Neuss : Fünf Musiker im fein abgestimmten Zusammenspiel

Der stimmungsvolle Konzertsaal im Zeughaus war nahezu ausverkauft – man weiß inzwischen, dass ein Abend mit dem jungen französischen Ausnahmequartett "Quatuor Ebène" ein besonderes Hörerlebnis ist.

Der stimmungsvolle Konzertsaal im Zeughaus war nahezu ausverkauft — man weiß inzwischen, dass ein Abend mit dem jungen französischen Ausnahmequartett "Quatuor Ebène" ein besonderes Hörerlebnis ist.

Auch der WDR honorierte dies: Das Konzert wird am 21. Februar., 20.05 Uhr im WDR3 gesendet. Auf zwölf erfolgreiche Jahre können Pierre Colombet, 1.Violine, Gabriel Le Magadure, 2.Violine, Mathieu Herzog, Viola und Raphael Merlin, Violoncello bereits zurückblicken. 2004 waren sie in mehreren Kategorien Sieger des ARD-Musikwettbewerbs, 2005 errangen sie den Belmont -Preis der Forberg-Schneider-Stiftung, was dazu führte, dass ihnen wertvolle alte italienische Instrumente zur Verfügung gestellt wurden. Inzwischen ist das Quartett in allen wichtigen Musikzentren zu Hause und hat bereits sechs CDs aufgenommen - jüngst auch das Album "Fiction" mit Jazz und CrossOver-Arrangements.

Wolfgang Amadeus Mozarts liebreizendes Divertimento D-Dur KV 136 eröffnete ganz entspannt die Programmfolge beim Zeughauskonzert. Hier gelang den Gästen vorbildlich der Spagat zwischen schwebender Leichtigkeit und Standfestigkeit, um diesem noch aus der Salzburger Zeit entstammenden Opus die nötige Gewichtung zu geben. Viel zu selten erklingt eines der beiden Streichquartette Alexander Borodins (1833-1887) im Konzertsaal. Das 2. in D-Dur, das die Gäste vorstellten, orientiert sich stark an russischer Folklore und hat unüberhörbare Bezüge zur Musik Tschaikowskys. Dass Borodin, selbst Cellist, dieses Instrument ein wenig bevorzugt, nutzte Raphael Merlin genussvoll aus. Wunderschön gelang auch das fein abgestimmte Zusammenspiel - selbstverständlich auf höchstem technischem Niveau — mit seinen Kollegen an Geigen und Bratsche ("Nocturno").

Der zweite Teil des Programms gehörte Franz Schubert und seinem groß dimensionierten Streichquintett C-Dur op.163 D 956. Der Part des zweiten Cellos war dem jungen Nicolas Altstaedt anvertraut, dessen Interpretationsansatz sich mit dem der "Ebènes" nahtlos verband. Vehement stürzte sich das Quintett in den glühend-ntensiven Eröffnungssatz, formte das ergreifende Adagio gefühlvoll aus (Soli der Viola!) und endete — nach den überraschenden Gegensätzen in Scherzo und Trio — mit der Forte-Fortissimo Stretta des fast entfesselten Schlusssatzes. Das spürbar faszinierte Publikum reagierte restlos begeistert.

(NGZ)