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Neuss/Düsseldorf: Fünf Jahre Haft für Flaschen-Attacke

Neuss/Düsseldorf : Fünf Jahre Haft für Flaschen-Attacke

Richard K. hat im Rausch einen Bekannten aus dem Neusser Alkoholiker-Milieu angegriffen und lebensgefährlich verletzt. Eine Tötungsabsicht bestand nicht.

Mit einer langjährigen Gefängnisstrafe ist am Düsseldorfer Landgericht Montag der Prozess um einen beinahe tödlichen Streit in der Neusser Alkoholiker- und Obdachlosenszene zu Ende gegangen. Das Gericht verurteilte den 46-jährige Richard K. wegen gefährlicher Körperverletzung zu fünf Jahren Haft nach vorheriger Unterbringung in einer Entzugsklinik. Richter Rainer Drees sah es als erwiesen an, dass der Gelegenheitsarbeiter aus Weckhoven im Juli vergangenen Jahres am Zolltor in der Neusser City einen Bekannten mit einer abgebrochenen Bierflasche attackiert und lebensgefährlich verletzt hatte. Der Angeklagte selbst wollte sich vor Gericht nicht mehr an die Tat erinnern können.

"Das Motiv für die Tat ist bis zum Schluss nicht klar geworden", sagte der zuständige Staatsanwalt Matthias Ridder. Offenbar hatte ein Missverständnis die Kurzschlusshandlung des Angeklagten ausgelöst. So hatte der als "Ricky" in der Trinkerszene bekannte Mann geglaubt, das spätere Opfer habe zuvor seine Schwester beleidigt. "Für diese Beleidigung gab es jedoch keinerlei Anhaltspunkte", so Ridder.

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Auch die Schwester hatte vor Gericht ausgesagt, davon nichts mitbekommen zu haben. Nach Aussage aller Beteiligte stand für die Justiz allerdings am Ende fest, dass Richard K. sein Opfer mit dem abgeschlagenen Flaschenhals attackiert hatte. Da ihm ein Tötungsvorsatz allerdings nicht nachzuweisen war, beließen es die Richter bei fünf Jahren Haft wegen gefährlicher Körperverletzung. Der Angeklagte selbst hatte sich bis zum Ende auf Erinnerungslücken berufen.

Der zuständige Gerichtsgutachter wollte nicht ausschließen, dass es diese Erinnerungslücken tatsächlich gibt. "Möglicherweise verdrängt er die Tat auch", so die Erklärung des Experten. Aufgrund des erheblichen Alkoholkonsums des Angeklagten wollte der Sachverständige eine "verminderte Schuldfähigkeit" zum Tatzeitpunkt nicht ausschließen. Richard K. und sein Anwalt haben das Urteil akzeptiert, es ist damit rechtskräftig.

(url/jco)