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Neuss: Freiwillig im Dienst für die Kultur

Neuss : Freiwillig im Dienst für die Kultur

Das Kulturamt sucht ab März einen Nachfolger für seine Freiwillige im Sozialen Jahr mit dem Schwerpunkt Kultur.

Jung, interessiert, kulturbegeistert — so sieht der ideale Freiwillige für ein Soziales Jahr mit dem Schwerpunkt Kultur aus. Hanna Wangler erfüllt diese Kriterien. Für sie heißt es nun aber bereits nach einem halben Jahr Abschiednehmen vom Kulturamt, bei dem sie eingesetzt ist.

"Eigentlich hat mir die Zeit im Kulturamt Spaß gemacht. Aber ich habe meine Vorlieben erkannt und die will ich weiter fördern", erzählt Wangler. Sie wird ihren Dienst nach Düsseldorf verlagern. "Dort übernehme ich im Rahmen eines Praktikums die Assistenz beim Asphalt-Festival für Theater und Musik", sagt die 19-Jährige. Das Kulturamt sucht nun Ersatz für die junge Freiwillige. Ab dem 1. März soll die Stelle wieder besetzt werden.

Hanna Wangler wusste nach ihrem Abitur im vergangenen Jahr noch nicht genau, in welche Richtung sie gehen sollte: "Zu der Zeit war ich ein bisschen ratlos. Ich wusste, dass ich studieren möchte, fand es aber schwierig, mich für einen Studiengang zu entscheiden."

Also bewarb sie sich kurzerhand beim Kulturamt. Dort sind die Freiwilligen, deren Arbeit mit 300 Euro im Monat vergütet wird, immer gerne gesehen. "Wer sich vorstellen kann, später im Bereich Kultur zu arbeiten, ist bei uns herzlich willkommen", sagt Horst-Günther Schädlich vom Kulturamt. Ihn freut vor allem, dass junge Menschen eine andere Sichtweise in die Arbeit miteinbringen. Das erwartet er auch von den neuen Bewerbern um die Freiwilligen-Stelle. "Sie können bei uns auch die Chance nutzen, um herauszufinden, ob die Arbeit im kulturellen Bereich etwas für sie ist", sagt Schädlich.

Hanna Wangler hat diese Chance genutzt. Kultur ist auf jeden Fall "ihr Ding", wenn auch nicht unbedingt im öffentlichen Dienst. Dennoch hat sie die Aufgaben als sehr vielfältig erlebt. "Ich konnte hinter die Kulissen der Verwaltung schauen und sehen, was alles hinter einer Ausstellung oder einem Konzert steckt", erzählt sie. Ihr letztes Projekt im Kulturamt ist der Rock-und-Pop-Förderpreis, der am Freitag, 1. März, im Greyhound Pier 1 vergeben wird. Unter der Anleitung von Kulturamtsmitarbeiter Christian Weber hat sie Pressemeldungen geschrieben, mit Grafikern an der Werbung gearbeitet und die Künstler betreut.

Ein eigenes Projekt, wie es das Gesetz vorschreibt, wird die 19-Jährige nicht mehr leiten können. "Das geschieht meist in der zweiten Hälfte des Jahres. Der oder die Neue wird jetzt die Möglichkeit bekommen, in diesem Projekt Verantwortung zu übernehmen", erzählt Schädlich. Hanna Wangler erkennt für sich auch persönliche Veränderungen: "Ich bin mit meinen Aufgaben gewachsen. Es gibt Herausforderungen, die ich meistern musste und das stärkt die Persönlichkeit." In Zukunft möchte sie ihr Interesse für darstellende Kunst im Studium weiterführen, "vielleicht in der Theaterpädagogik oder den Kulturwissenschaften", erzählt sie.

(NGZ/ac)