Frau aus Neuss wegen Mord auf Campingplatz angeklagt

Frau aus Neuss war die Lebensgefährtin des Opfers : Neusserin wegen Mordes auf Campingplatz angeklagt

Paukenschlag eine Woche vor dem Prozessauftakt gegen die mutmaßlichen Mörder eines Mannes, der im Januar auf dem Campingplatz „Laarer Forst“ in Niederkrüchten erschlagen worden war: Anders als die Staatsanwaltschaft, die allen vier Angeklagten gemeinschaftlichen Mord vorwarf, sieht die große Jugendkammer des Landgerichts Mönchengladbach lediglich bei einer Person einen hinreichenden Tatverdacht für einen Tötungsvorsatz.

Nur die 52-jährige Lebensgefährtin, eine Neusserin, des Mordopfers soll wegen Mordes angeklagt werden. Das teilte ein Sprecher des Landgerichts am Montag mit.

Die übrigen Angeklagten hätten nach Ansicht des Gerichts lediglich beabsichtigt, dem Tatopfer eine „Abreibung“ zu verpassen, indem sie es krankenhausreif geschlagen hätten. Dies stimme mit den äußeren Abläufen der Tat überein, wie sie sich aus den Ermittlungen ergebe. Die von der Frau in Abwesenheit der übrigen Angeklagten ausgeführten Schläge mit einem Pflasterstein könnten den übrigen Angeklagten nicht zugerechnet werden. Am Dienstag, 11. September, ist Prozessauftakt. Acht Verhandlungstage sind angesetzt, im November könnte das Urteil fallen. Die Sache wird vor der Jugendkammer verhandelt, weil einer der vier Angeklagten zum Tatzeitpunkt noch Heranwachsender war. Die Verhandlung ist öffentlich.

Neben der Frau aus Neuss werden auch ihr 21-jähriger Sohn und zwei seiner Freunde, 23 und 24 Jahre alt, auf der Anklagebank Platz nehmen. Für die drei jungen Männer kommt nach Auffassung des Gerichts eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung in Betracht. Die Anklage geht davon aus, dass Streitigkeiten zwischen der Frau und ihrem Lebensgefährten den Hintergrund der Tat bilden. Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass sie und ihr Sohn den Ablauf der späteren Tat geplant hätten. Die beiden Freunde hätten für 1500 Euro geholfen. Die drei jungen Männer seien wie vereinbart am Abend des 18. Januar gemeinsam zum Campingplatz in Niederkrüchten gefahren, wo sie von der Angeklagten erwartet worden seien. In einem dort abgestellten Campingwagen habe sich das Opfer aufgehalten.

Die beiden Freunde hätten die Tür zum Vorzelt eingetreten. Sie hätten dem Opfer mehrere Schläge verpasst. Die drei jungen Männer hätten sich dann vom Campingplatz entfernt. Anschließend habe die Neusserin ihrem Lebensgefährten in Tötungsabsicht mindestens zweimal mit einem Pflasterstein auf den Kopf geschlagen. Er war noch am Tatort verstorben.

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