Förderverein vom Kunstraum Neuss zeigt Kunst aus dem Fundus

Kunstraum Neuss : Förderverein des Kunstraum zeigt Werke aus dem Fundus

Günter Meuter und Adolf Heiderich stehen im Fokus der neuen Schau. Aber auch andere Werke werden gezeigt.

„Gesammelte Werke aus dem Fundus“ heißt die aktuelle Ausstellung im Kunstraum Neuss. „Das ist die siebte Ausstellung in diesem Jahr“, sagt der Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer des Kunstraum Neuss, Andreas Lazar. Wobei es sicherlich als Besonderheit zu werten ist, dass keine Künstlerin, kein Künstler, deren Arbeiten jetzt gezeigt werden, zur Vernissage kommen konnte

Denn im Mittelpunkt stehen zwei Künstler, die längst verstorben sind: Kunstraumgründer und –macher Günter Meuter, der 2013 im Alter von 52 Jahren verstorben war und Adolf Heiderich, Jahrgang 1927, der ebenfalls längst nicht mehr lebt. Einen Ansprechpartner, oder besser gesagt: eine Ansprechpartnerin, hatten die Besucher dennoch: Helga Heiderich wusste einiges über ihren verstorbenen Mann zu berichten.

Die 88-Jährige Ur-Neusserin hatte ihren späteren Mann im Westerwald kennengelernt, wo Adolf Heiderich aufgewachsen war. Er war Absolvent der Düsseldorfer Kunstakademie und wurde wie Günter Meuter nur 52 Jahre alt. In diesem Jahr hatte sich Helga Heiderich entschlossen, die Arbeiten ihres Mannes dem Kunstraum Neuss anzuvertrauen. „Was für Materialien er in seiner Kunst verarbeitet hatte, war sein Geheimnis. Darunter sollen Holz, Pappe und Sägespäne gewesen sein. „Ich hab“ ihm auch nie zugeschaut und nie gefragt“, erklärte die Witwe.

Im Kunstraum wird die Erinnerung geweckt an einen sehr vielseitigen Künstler. Die düsteren Materialcollagen, die streng geometrische Collage, aber auch das Bild vom Strand mit dem Bademeisterhäuschen – das alles war Adolf Heiderich.

Günter Meuter war ein hervorragender Zeichner. Nur auf einem Bild sind zwei maskenhafte Gestalten zu sehen, alle anderen Exponate sind völlig ungegenständlich.

Aber die Ausstellung zeigt auch andere Werke. Von Künstlern, die ebenfalls den Fundus des Vereins ausmachen. Mit geometrischen Formen ging auch ein Mann, der immer noch in Neuss lebt, um: Heinz Gilges komponierte Farbklänge in strengem Korsett der Geometrie. Die Totenköpfe aus Gips von Rosanna Velasco scheinen aus der Wand herauszuwachsen: Sie haben etwas Maskenhaftes. Ein Feuerwerk der Farben ist das Bild von Ulrike Katzmeier. Hatte sie beim Malen eine Unterwasserwelt im Sinn? Diese und andere Fragen, auch zu anderen Exponaten, können nicht beantwortet werden.

Der Neusser Schauspieler Patrick Schad ging in seiner lebendig-launigen Rede bei der Eröffnung darauf ein: „Wie oft stehen wir Fleisch gewordene Fragezeichen vor den Exponaten?!“ Sein Credo: „Kunst hat es verdient, in Gelassenheit aufgenommen zu werden.“ Er ermahnte die Besucher, sich „nicht in einen seichten Sog hineinziehen zu lassen“, sondern Stellung zu beziehen, kritisch zu sein.

Info Deutsche Straße 2, bis 5. Januar täglich außer montags und dienstags von 17 bis 19 Uhr, weitere Infos: www.museum-kunstraum-neuss.de.