Förderverein des RLT verleiht Förderpreis

Jahresveranstaltung des RLT-Fördervereins in Neuss : Preisverleihung im RLT mit viel Abschiedsschmerz

Neben Bettina Jahnke wurden auch vier Ensemblemitglieder und eine Dramaturgin vom Förderverein des RLT verabschiedet.

Für Bettina Jahnke war Mittwoch, der 13. Juni, der letzte Arbeitstag in Neuss. Inzwischen ist die Intendantin des RLT bei ihrer neuen Arbeitsstätte angekommen. Am Potsdamer Hans-Otto-Theater, dessen Chefin sie ab der nächsten Spielzeit ist, beginnen bereits die Proben für Jahnkes erste eigene Inszenierung. Vorher aber wurde sie nach neun erfolgreichen RLT-Jahren vom Verein der Freunde und Förderer des Theaters mit einer Feier verabschiedet. Im Foyer des RLT waren die Tische eingedeckt für einen Abend mit vielen Reden, ein paar Freuden- und Schmerztränen, einem Büffet und der Klaviermusik von Jürgen Dahmen.

Dahmen war der musikalische Leiter einer der besten Produktionen in der vergangenen Spielzeit: „Rio Reiser“. An diese und viele weitere Inszenierungen wurde auch bei der Verabschiedung von fünf Mitgliedern des Ensembles erinnert. Alina Wolff, Andreas Spaniol, Joachim Berger und die Dramaturgin Alexandra Engelmann werden Bettina Jahnke nach Potsdam folgen. Auch Michael Meichßner verlässt nach kurzer Verweildauer das Neusser Theater. Für jeden dieser Namen hatte der Vorstand des Vereins eine persönliche Würdigung und ein Geschenk parat.

Etwas bemüht wirkte dagegen der Festvortrag des Hörfunkmoderators Daniel Finkernagel. Unter dem Titel „Vom Feuerstein zu den Brandstiftern – wie das Theater nach Neuss kam“ belehrte er die Gäste über Theaterformen von der Steinzeit bis heute. Den Hintergrund seiner Ausführungen bildete das RLT-Programm der kommenden Spielzeit unter Intendant Reinar Ortmann. Die Saison 2018/19 steht unter dem Motto: „Welt vermessen“.

Joachim Rulfs, der Vorsitzende des Fördervereins, zeigte sich über die große Anzahl der anwesenden Mitglieder und Gäste erfreut: „Es sind weit mehr als in den Jahren zuvor“. Sein Vorgänger im Amt, Hans Pfleiderer, hatte für die scheidende Intendantin ein besonderes Geschenk mitgebracht: eine Halskette mit neun, in mattem Silber flirrenden Kugeln.

Der eigentliche Anlass dieser jährlich stattfindenden Feier ist aber die Verleihung des Förderpreises an ein Mitglied RLT-Ensembles. In diesem Jahr geht der mit 1500 Euro dotierte Preis an Josia Krug. Der mit dem Preis Ausgezeichnete wurde 1990 in Engelskirchen geboren. Er studierte von 2011 bis 2015 Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Seit der Spielzeit 2015/16 ist er im Ensemble des RLT Neuss.

In der zu Ende gehenden Spielzeit übernahm er die Partie des Peter Munk in „Das kalte Herz“, die Rolle des Brindsley Miller in „Komödie im Dunkeln“, und zuletzt spielte er den Camille Chandebise in George Feydeaus „Floh im Ohr“.

(cc)
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