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Neuss: Flüchtlingsheim statt Pferdeställe

Neuss : Flüchtlingsheim statt Pferdeställe

Telefondiplomatie am Wochenende: Damit das Projekt Flüchtlingsheim an der Stresemannallee nicht an Planungsfragen scheitert, glühten seit Bekanntwerden konkret gewordener Pläne - und der Kritik einiger Politiker daran - die Drähte.

"Nicht nur ich, sondern der Fraktionsvorstand insgesamt befürwortet das dargestellte Projekt in vollem Umfang", stellt Ingrid Schäfer als planungspolitische Sprecherin der CDU dar. Sie gibt aber zu bedenken, dass das Projekt noch nicht in der Gesamtfraktion beraten wurde.

Peter Ritters, Vizepräsident des Neusser Reiter- und Rennvereins, geht trotzdem davon aus, dass die Zentrale Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge wohl an der Stresemannallee gebaut wird und die Pferdesportler dafür Stallungen abreißen müssen. Im April, so schätzt Ritters nach einem zweistündigen Behördentermin, bei dem er gestern mit Mitarbeitern der Liegenschaftsverwaltung die Situation erörterte, werde damit wohl begonnen.

Bis zum Neusser Schützenfest müsste das Areal, auf dem derzeit Ställe mit Boxen für die Gastpferde an Renntagen stehen, abgeräumt sein. Denn die Unterbringungseinrichtung, die der Bauverein errichten und an das Land vermieten will, soll fertig sein, wenn das ehemalige Alexiuskrankenhaus nicht mehr als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden kann. Mit etwas mehr als einem Jahr Bauzeit ab dem ersten Spatenstich rechnet Sozialdezernent Stefan Hahn.

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Mit Ritters wurden gestern Fragen wie die neue Erschließung oder eine Einzäunung der Reitanlagen diskutiert - und wo auf dem Areal Gastboxen platziert werden könnten. "Mit 70 kämen wir klar", sagt er. Bei Renntagen mit mehr Pferden, die allerdings nicht häufig sind, müssten kurzfristig Tiere aus den Neusser Ställen an der Rennbahn nach Düsseldorf umquartiert werden. Über die Stadt beklagen will sich Ritters nicht: "Wir sind nur Mieter und wussten, dass da mal gebaut werden würde - irgendwann."

(NGZ)