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Neuss: Fliedner-Haus: Straßenfest zum 50.

Neuss : Fliedner-Haus: Straßenfest zum 50.

Mit einem großen Straßenfest will das Fliedner-Haus am Sonntag sein 50-jähriges Bestehen feiern. Die Mitarbeiter haben ein großes Programm aufgelegt, um gemeinsam mit dem Stadtteil zu feiern. Denn mit Gnadental ist das Evangelische Altenheim seit seiner Gründung eng verbunden.

Die Feier zum 50-jährigen Bestehen des Fliedner-Hauses steht: Das Bier ist bestellt, die Bratwürste auch, die Hüpfburg sowieso. Ein Fest für den Stadtteil soll das Programm am Sonntag bieten, "denn mit Gnadental sind wir eng verbunden", sagt Christoph Schommer, Leiter des Alten- und Pflegeheims der Diakonie, das im Jahr 1961 erbaut wurde.

Zur damaligen Zeit, in den 50er Jahren, war der Stadtteil rasant gewachsen, insbesondere durch den sozialen Wohnungsbau, der im Nachkriegsdeutschland seine Blüte erlebte. Zwar brachten die mehrstöckigen, teils zehngeschossigen Gebäude Wohnraum nach Gnadental, der für Zuwanderer aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten dringend benötigt wurde. Doch die Familien hatten in ihrem neuen Zuhause ein Problem: Die Mietwohnungen waren zu klein, um dort gemeinsam mit den Eltern zu leben, wie es früher, in gewachsenen Strukturen, üblich gewesen war. Mit den Zuwanderern war auch die evangelische Gemeinde stark gewachsen – und schließlich reifte der Beschluss, in Gnadental das erste evangelische Altenheim in Neuss zu bauen.

Mehr Pension als Altenheim

Angelika Hochstrate, die im Fliedner-Haus die Beratungsstelle für Fragen im Alter leitet, hat sich mit der Geschichte des Hauses beschäftigt. "Damals ähnelte das Altenheim eher einer Pension", sagt Hochstrate. Denn die Senioren kamen nicht, wie es heute oft der Fall ist, erst in die Einrichtung, wenn sie schon gebrechlich waren. "Damals war die Motivation eher der Wunsch nach Gemeinschaft", sagt die Seniorenberaterin. So habe es etwa gemeinsame Gartenarbeit der Bewohner gegeben, die Rentner brachten sich ein, machten mit. "So etwas wünschen wir uns heute", sagt Hochstrate, die seit 30 Jahren beim Neusser Diakonischen Werk beschäftigt ist. Erst in den folgenden Jahren kamen immer mehr Pflegebedürftige und Demenzkranke in das Altenheim, das daraufhin in den 80er und 90er Jahren umgebaut wurde.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Wohnheimscharakter im Vordergrundgrund gestanden. "So gab es etwa bei vielen Zimmern nur Gemeinschaftstoiletten auf dem Flur", erzählt Hochstrate. Der Wille, den Menschen möglichst lange ein eigenständiges Leben zu ermöglichen, schlug sich bei den Umbauten nieder, bei denen Apartments geschaffen wurden, die heute noch belegt sind. "Allerdings eher, weil sie viel Platz bieten", sagt Christoph Schommer. Die extra eingebauten Pantryküchen werden heute kaum noch benutzt, sagt Schommers, der sich für die Zukunft des Fliedner-Hauses wieder eine Rückbesinnung auf alte Traditionen wünscht.

Der geplante Neubau wird daher kleinere Wohneinheiten haben, und soll darüber hinaus als Begegnungszentrum wirken, das alle Generationen zusammenbringt. Dass in dem evangelischen Altenheim kein Stillstand herrscht, zeigt sich nicht nur bei dem geplanten Bauvorhaben, sondern auch bei der großen Feier zum Jubiläum, für das die Mitarbeiter ein buntes Programm zusammen gestellt haben. Denn der 50. Geburtstag, er soll gemeinsam mit dem Stadtteil gefeiert werden, mit dem das Haus so sehr verbunden ist.

(NGZ)