Neuss: Firmen ziehen zur Bataverstraße

Neuss: Firmen ziehen zur Bataverstraße

An der Bataverstraße im Norden der Stadt verfügt Neuss über eine der letzten größeren Reservenflächen für Gewerbeansiedlungen. Vier Vorboten sind im Anflug. Ein neuer Bebauungsplan ist in Arbeit.

Hält Frank Wolters auf dem Stadtplan nach freien Gewerbeflächen für ansiedlungswillige Unternehmen Ausschau, so kommt der Leiter der Abteilung Wirtschaftsförderung im Neusser Rathaus zu einem knappen Urteil: "Mau. Es sieht sehr mau aus!" Er warnt, dass Neuss schon bald die Flächenreserven ausgehen.

Weil das so ist, berichtet er umso lieber über die Bataverstraße: "Dort spielt derzeit unsere Musik." Eine kleine Einheit von 10 000 Quadratmetern an der Straße Am Bommerhof ist vermarktet. Das städtische Grundstück wurde einst von Garten Selders genutzt, ehe der Betrieb die Produktion nach Büderich verlagerte. Zwischen dem Selders-Komplex und dem Real-Markt lassen sich vier Firmen nieder und schaffen im ersten Schritt bis zu 40 Arbeitsplätze. Auf dem Eckgrundstück Am Bommerhof / Bataverstraße baut das Autohaus Celebi, das unter anderem die Marke Saab vertritt und eine Bosch-Service-Station betreibt. Celebi wechselt von Meerbusch nach Neuss.

Der Nachbar Glasdesign Huch wächst und hat dort in Neuss einen neuen Standort gefunden. Der Betrieb gilt als gute Adresse, wenn Spezialgläser gefragt sind. Die Rohbauten nehmen bereits Gestalt an. Wirtschaftsförderer Wolters vermutet, dass im Herbst die Geschäfte aufgenommen werden können. Weitere Nutzer sind ein Lager- und Logistk-Dienstleister sowie Plum-Design, das bereits vor zwei Jahren seinen Sitz verlagert hatten. Plum sei ein Unternehmen auf Expansionskurs und habe sich zudem weitere Flächen gesichert. Wolters ist mit dem Ergebnis der kleinteilgen Ansiedlung zufrieden: "Das ist auch etwas für unsere Neusser Firmen."

Ratsherr Joachim Goerdt, Vorsitzender der CDU-Nordstadtkonferenz, begrüßt die Gewerbeansiedlungen: "Allein die neuen Arbeitsplätze sind die Anstrengungen wert." Und es geht weiter. Im nächsten Jahr soll der Bebauungsplan 458 Rechtskraft erlangen. Er umfasst ein 130 000 Quadratmeter großes Gelände links und rechts der Bataverstraße in Richtung Autobahn A 52. Der östliche Teil kann zusätzlich über einen Gleisanschluss erschlossen werden. Im Gespräch war bereits ein Röhrenhandel, doch die Pläne haben sich offenbar zerschlagen.

Die Freude über das angestrebte Gewerbegebiet ist aber nicht ungetrübt. Die verkehrliche Anbindung ist nicht unproblematisch, da zum Teil Wohnbebauung tangiert ist. An- und Abfahrt kann nur über die Bataverstraße sowie die Gladbacher Straße erfolgen. Für den Ausbau der Kreuzung südlich der Bols-Siedlung wird geplant. "Wir müssen eine Lösung finden", sagt Goerdt, "es geht letztlich um sehr viele neue Arbeitsplätze."

(NGZ)
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