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Rhein-Kreis Neuss: Firmen treffen sich beim "Hochschultalk"

Rhein-Kreis Neuss : Firmen treffen sich beim "Hochschultalk"

An der Hochschule Neuss findet zweimal im Jahr der "Hochschultalk" für interessierte Firmen aus der Region statt. Organisiert wird der von Martell Rotermundt, der aus Neuss stammt und damit den Hochschulstandort fördern will.

Die Hochschule Neuss will sich stärker für gesellschaftspolitische Fragen öffnen und die Unternehmen der Region nicht nur über die Nachwuchsförderung, sondern auch mit Diskussionsveranstaltungen stärker an sich binden. "Hochschultalk" nennt sich die Reihe, die am 11. April wieder stattfindet, und künftig zweimal im Jahr angeboten werden soll.

"Wir wollen Themen aufgreifen, die den Mittelstand bewegen", sagt Martell Rotermundt. Der Professor der Hochschule Neuss hat die Veranstaltung initiiert und übernimmt an den Abenden auch die Moderation. So geht es bei dem kommenden Termin etwa um die Frage, wie Betriebe mit Mitarbeitern umgehen sollten, die innerlich gekündigt haben. Als Referenten hat die Hochschule Michael Mensching, Fachanwalt für Arbeitsrecht, und den renommierten Coach Horst Conen engagiert. "So können wir einerseits klären, was rechtlich möglich ist, und auch, was für die Mitarbeitermotivation getan werden kann", erläutert Rotermundt, der Experte für Wirtschaftsrecht ist.

Die Hochschule Neuss voranzubringen und für den Hochschulstandort in der Quirinusstadt zu werben, ist dem 44-Jährigen ein Anliegen. Denn Rotermundt, der gebürtig aus Neuss stammt, gehört zum Gründerkreis der Hochschule. Seit dem Jahr 2001 arbeitet er dort als Dozent, vor zwei Jahren wurde der Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht zum Professor berufen.

Heute pendelt Rotermundt zwischen drei Städten am Rhein: Mit seiner Familie lebt in Bonn, in Köln ist er Partner bei einer Anwaltskanzlei und in Neuss hält er seine Vorlesungen in Wirtschaftsrecht. "Ich versuche, den Studenten anhand von Fällen aus der Praxis Rechtswissen zu vermitteln", erläutert der Professor. Von sturem Auswendiglernen, das er aus seinem Jurastudium nur allzugut kennt, hält der 44-Jährige nichts. "Ich versuche, in der Diskussion mit den Studenten Lösungsansätze zu erarbeiten", sagt Rotermundt, der dieses Prinzip auch bei dem Hochschultalk anwendet. "Wir wollen dabei nicht nur Vorträge anbieten, sondern auch Treffpunkt für Gespräche sein", sagt der Professor, der aus Gesprächen mit Unternehmen weiß, dass die so genannte Innere Kündigung ein großes Thema für Firmen ist. Denn zu viele Mitarbeiter, die als "Low Performer" noch weniger als den Dienst nach Vorschrift machen, kann sich kein Unternehmen leisten, gerade in Zeiten des Fachkräftemangels. "Wir wollen den Unternehmen bei dem Hochschultalk Impulse geben, wie sie ihre Mitarbeiter fördern und fordern können", sagt Rotermundt, der dafür auch einen — nicht ganz uneigennützigen — Tipp parat hat, nämlich das duale Studium an der Hochschule Neuss zu nutzen. "Das muss ich einfach empfehlen", sagt Rotermundt lachend.

(NGZ)