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Neuss: Finanzierung für Epanchoir ist sicher

Neuss : Finanzierung für Epanchoir ist sicher

Wenn es nach den "Freunden und Förderern des historischen Nordkanals" geht, wird die Wasserkreuzung bald restauriert. Genug Fördermittel stehen bereit, nun muss in der Stadtverwaltung eine Arbeitsgruppe gebildet werden.

Sie gilt als ein Meisterwerk französischer Ingenieurskunst des 19. Jahrhunderts, als historische "Wasserkreuzung" am Schnittpunkt von Obererft und Nordkanal, die an die napoleonische Zeit in Neuss erinnert. Fast ein Jahr lang haben die "Freunde und Förderer des historischen Nordkanals" um Fördermittel gekämpft, haben Sponsoren und die Stadt Neuss von ihrem Vorhaben überzeugt, das Epancoir nicht nur zu rekonstruieren, sondern es mit einer Präsentation auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 800 000 Euro sind dafür veranschlagt worden.

Foto: Berns, Lothar (lber)

"Die Mittel für die Sanierung stehen nun bereit", sagt Klaus Karl Kaster, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins. Zwar werde noch ein Sponsor für die Präsentation gesucht, "aber die Bauarbeiten könnten schon im Frühjahr beginnen", sagt Kaster. Dazu müsse nun bei der Stadtverwaltung eine Arbeitsgruppe gebildet werden, und zwar aus Mitarbeitern des Tiefbau- und Planungsamtes. Auch die Stadtwerke werden ein Mitglied stellen — denn die Stadtwerke-Tochter Infrastruktur Neuss (ISN) wird parallel zu den Sanierungsarbeiten Rohre am Nordkanal erneuern.

Von Vorteil ist, dass der Rat schon im Jahr 2011 einen Grundsatzbeschluss zur Sanierung des Epanchoirs gefasst hatte. Damals blieb die Finanzierung zwar offen, "aber im Tiefbauamt wurde daraufhin schon ein Sanierungsplan erarbeitet", erläutert Kaster. "Das erleichtert nun den Start für das neue Projekt", fügt er hinzu. Kaster geht von einer Bauzeit von rund anderthalb Jahren aus, um das Bauwerk, das einst den Neusser Rhein mit der Maas bei Venlo verbinden sollte, wieder sichtbar zu machen. Für die Präsentation hat sich der Förderverein auch schon Gedanken gemacht: "Wir könnten uns vorstellen, dass am benachbarten Trafo-Häuschen eine Überdachung angebracht wird", sagt Kaster. Darunter könnten dann eine Informationstafel und ein Modell der Wasserkreuzung als Erläuterung aufgebaut werden. Schließlich sollen Interessierte auch erfahren, welche Technik sich hinter dem historischen Bauwerk verbirgt — oder, wie Kaster es schmunzelnd ausdrückt, "wie das Epanchoir funktioniert, dass man dort gurgeln sieht".

In das "operative Geschäft" der Sanierung möchte der Förderverein unterdessen nicht eingreifen. "Die Sanierung liegt bei den Experten der Stadt in guten Händen", sagt Kaster. Die Aufgabe des Vereins sei es weiter, Fördermittel zu generieren. Und das hat bislang erstaunlich gut geklappt: Die Stadt stellt 300 000 Euro zur Verfügung, der Hafen gibt 50 000 Euro, weitere Firmen und Institutionen rund 40 000 Euro. Die NRW-Stiftung gibt einen Zuschuss in Höhe von bis zu 150 000 Euro, die Stiftung Denkmalschutz hat 70 000 Euro versprochen. Für die Präsentation, die mit 180 000 Euro veranschlagt ist, hat der Rhein-Kreis 20 000 Euro, der Landschaftsverband Rheinland 90 000 Euro zugesagt. "Und die Restsumme werben wir auch noch ein", sagt Kaster zuversichtlich.

(NGZ)