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Neuss: Feuerwehr im Neusser Süden verstärken

Neuss : Feuerwehr im Neusser Süden verstärken

Die Feuerwehr muss den Brandschutzbedarfsplan überarbeiten. Eine Berufsfeuerwehr schließt der neue Leiter aus.

Entlastung der Freiwilligen Feuerwehr im Neusser Süden, schrittweise Einführung des Digitalfunks oder Sicherung der Einsatzstärke durch Gewinnung neuer Feuerwehrkräfte: Joachim Elblinger steht gut 100 Tage nach seinem Amtsantritt als Stadtbrandmeister und Leiter der Feuerwehr vor großen Aufgaben.

Als Schlüssel zu alledem gilt für den 44-Jährigen die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes aus dem Jahr 2001, die ab Januar mit gutachterlicher Hilfe in Angriff genommen werden muss. Ein Punkt darin: Wo im Neusser Süden können hauptamtliche Kräfte tagsüber stationiert und wie beschäftigt werden?

Diese Frage ist nicht neu, sondern wurde schon mit dem ersten Brandschutzbedarfsplan aufgeworfen. Weil es den Zügen der Freiwilligen Feuerwehr erkennbar immer schwerer fällt, tagsüber im Einsatzfall die erforderliche Mannstärke aufzubringen, sollen auch im Neusser Süden Hauptamtliche die Einhaltung der kurzen Hilfsfristen absichern.

Im Vorjahr wurde eine Verlegung an die Wache Norf erwogen und für machbar erachtet, mit Blick auf die anstehende Überarbeitung aller Pläne zurückgestellt. "Norf hätte auch eine Entlastung gebracht, wäre aber nur eine Übergangslösung gewesen", sagt Elblinger. Denn: "Wir wissen selbst: Optimal ist der Standort nicht."

Mit Hilfe eines Gutachters soll das Thema nun neu angegangen werden. Dabei könnte im Ergebnis auch die Empfehlung für eine neue Wache herauskommen, gibt Elblinger zu. Die Frage wäre dann zu stellen, was dort angesiedelt wird. Aufdrängen würde sich, die Tagesstaffel und einen Standort der Freiwilligen Feuerwehr zu verbinden, doch Elblinger geht noch weiter. Zur Beschäftigung in einsatzfreien Zeiten könnte eine Werkstatt eingerichtet werden, die etwa Prüfarbeiten auch für andere Wehren im Kreis erledigt. Und die Frage, ob der Kreis — wie vom DRK schon einmal angeregt — einen Rettungswagen im Neusser Süden stationiert, könnte neu aufgegriffen werden.

Synergieeffekte nutzen steht dahinter, aber auch die Forderung einer interkommunalen Zusammenarbeit. Die ist bei Einführung des Digitalfunks im Brandschutzwesen Voraussetzung. Für Elblinger bedeutet die neue Funktechnik eine der größten Herausforderungen der vergangenen Jahrzehnte und eine "elementare Umstellung" für die Wehr. Noch laufe die Testphase, doch spätestens 2015 werde kreisweit nur noch digital gefunkt.

Eine Herausforderung ist und bleibt es, die Feuerwehr auch personell einsatzfähig zu halten. Dazu setzt der Feuerwehrleiter auf die Förderung der Jugendfeuerwehr. Eine Kinderfeuerwehr, die laut Gesetz möglich ist, stellt ein schwer zu lösendes Problem dar. "Wer sollte die betreuen?", fragt er.

Gar keine Lösung ist in Elblingers Augen die Umwandlung der Feuerwehr Neuss mit ihren 67 Hauptamtlichen in eine reine Berufsfeuerwehr. "Wir können nicht ohne das Ehrenamt", stellt der neue Stadtbrandmeister klar. "Die Freiwillige Feuerwehr ist in Neuss aus dem Brandschutz nicht wegzudenken."

(NGZ/rl)