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Neuss: Fest zeigt bunte Vielfalt der Menschen in Neuss

Neuss : Fest zeigt bunte Vielfalt der Menschen in Neuss

Esther Wangari ist vor zwölf Jahren mit ihrer Familie aus Kenia nach Deutschland gekommen. Die engagierte Wahl-Neusserin nahm am Wochenende am "Frühlingsfest der Kulturen" teil.

Chapati ist ein afrikanisches Brot, das optisch an deutsche Pfannkuchen erinnert und in Kenia zu Tee oder Kaffee genossen wird. Diese Spezialität oder auch Mandazi, in Frittierfett gebackene süße Teigtaschen, gab es am Stand von Esther Wangari und ihrer Familie aus Kenia. Und auch mit bunten Tüchern, afrikanischen Kunstwerken und einem strahlenden Lächeln lockte sie die Besucher beim "Frühlingsfest der Kulturen" am Samstag an ihren Stand auf den Freithof.

"Ich wohne seit zwölf Jahren in Neuss und habe mich mittlerweile sehr gut eingelebt", sagt die 25-Jährige. "Das Interesse an meiner Kultur ist groß und ich freue mich, das teilen zu können." Sie selbst nutzte am Wochenende ebenfalls die Gelegenheit, in die Sitten anderer Länder einzutauchen und Menschen aus fremden Ländern zu erleben. "Es ist schön, dass Neuss so bunt ist. Und das Frühlingsfest zeigt das", sagt sie mit Blick in die Runde.

Schon zum fünften Mal hat der Integrationsrat der Stadt Neuss gemeinsam mit dem Arbeitskreis "Integration der Migranten in die Stadt Neuss" und dem Integrationsbüro dieses Fest der Kulturen in der Innenstadt organisiert. Und von jahr zu Jahr wurde es etwas größer, etwas bunter, etwas schöner. "Menschen für fremde Kulturen begeistern, sie für die Integrationsbemühungen interessieren – das sind die Ziele dieses Frühlingsfestes", sagte Uwe Manke, Leiter des Integrationsbüros im Rathaus. Er freute sich über viele Gäste, die bei schönem Sommerwetter das umfangreiche wie exotische Programm sowie die Gesprächsrunden auf der Bühne verfolgten, sich informierten und den Tag miteinander genossen.

Die positive Stimmung verstärkten die zu internationalen Stücken tanzenden Mädchen der Ballettschule Révérence ebenso wie der mutige wie beeindruckende Auftritt der Vorbereitungsklasse der Hauptschule Gnadentaler Allee mit ihren "Schul-Opas" Emilio Raggi und Ralf Fourmont, ihrer Lehrerin Anja Segovia sowie Frieder Ringelvom Jugendmigrationsdienst. Lauthals brachten sie ihre Version des Bläck Fööss-Hits "Ich wor ne stolze Römer" – "Wir Neusser vom Rhein" – zum Besten und ernteten für ihre Darbietung großen Applaus. "Für viele von ihnen war es eine große Überwindung, auf die Bühne zu gehen und in einer Sprache zu singen, die sie noch nicht beherrschen. Aber sie machen das großartig", sagte Frieder Ringel.

Getreu dem Motto "Die Zukunft sind wir. Die Jugend in Neuss!" standen auch auf der Bühne die Jugendlichen im Mittelpunkt: Schulbands, Einzelinterpreten und Tanzgruppen präsentierten ihr Können. Den musikalischen Schlusspunkt setzte die Spanish-Pop-Formation "Rumba Gitana".

(NGZ/anch)