Fest der Kulturen in Neuss

Fest der Kulturen in Neuss: 20 Nationen stellen sich mit Küche und Kultur in Neuss vor

Buntes Bühnenprogramm auf dem Freithof macht „Fest der Kulturen“ zum Ausflugsziel

Fremdländische Gerüche waberten am Samstag über den Freithof. Überall brutzelten und zischten Speisen in Pfannen und auf Grills. Wenn sich so viele verschiedene Nationen präsentieren, dann wird das Fest der Kulturen gefeiert. In diesem Jahr stand es unter dem Motto „Kultur verbindet“. „Wir wollen  die kulturelle Vielfalt unserer Stadt darstellen. Von Neuss aus grüßt die halbe Welt – das ist eine Bereicherung für unsere Kommune“, betonte Ozan Erdogan, der Vorsitzende des Integrationsrates, der das Fest gemeinsam mit dem Arbeitskreis „Integration der Migranten“  und dem Integrationsamt veranstaltet.

Passend wurde der „Tag der offenen Gesellschaft“ für dieses multikulturelle Event gewählt. An diesem Tag sollen sich diejenigen versammeln, die sich für Vielfalt einsetzen, gemeinsam essen und sich darüber unterhalten, was Deutschland ausmacht. Und Vielfalt erlebten die zahlreichen Besucher auf dem Markt der Möglichkeiten, auf dem sich 20 Nationen vorstellten – von 80, die hier leben. Auch das Förderungszentrum „SWIFF“ (Sprachen und Wissen integrativ und freundlich fördern) war vertreten, die Lebenshilfe Neuss, aber auch die Alevitische Gemeinde, der Taekwondo Club Neuss oder der Deutsch-Pakistanische Kulturverein Neuss, der zu Roti (Vollkornbrot) so leckere Sachen anbot wie Chicken Curry oder Sabzi Pakora. Nebenan ließen sich die Neusserinnen mit fantasievollen Henna-Tattoos verzieren, auch bunte Kleidung konnte gekauft werden.

Verantwortlich für den Markt der Möglichkeiten zeichnete Paul Petersen, Leiter des Bürgerhauses Erfttal. „Wir haben eine lange Liste von mindestens 100 verschiedenen Organisationen eingeladen. 20 haben sich zurückgemeldet – etwas weniger als sonst.“ Das liege aber daran, dass das Fest mit dem Ende des Ramadans zusammenfiel, dem Fastenmonat der Muslime, die diesen meist mit ihren Familienfeiern. Nach der Manöverkritik nach dem Fest wollen sich die Organisatoren auch Gedanken darüber machen, wie das zehnte Fest der Kulturen im kommenden Jahr gefeiert werden soll.

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Währenddessen führte Moderator José Narciandi durch ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm. Neben einem Clown, der als Eisbrecher für die kommenden Beiträge die Zuschauer erheiterte, zeigten die Schüler der Ballettschule Révérence ihr Können. Die Kita „Sonnengarten“ tanzte zu heißen Zumba-Rhythmen, bei denen es kaum jemanden auf der Bank hielt. Viel Applaus bekamen einige junge Models, die pakistanische Mode präsentierten, ebenso wie die Tanzgarde des TSV Norf, die typische Schritte aus dem stimmungsvollen Winterbrauchtum vorführte. Serbischer Gesang und Tanz mögen zwar fremdartig anmuten, waren aber nicht weniger begeisternd. Musik aus der alevitischen Gemeinde, Comedy mit Benaissa Lamroubal, Musik aus Syrien und ein kleines Konzert von Daniel de Alcalà rundeten das Programm ab.

„Viele Darbietungen sind echte Dauerbrenner, aber auch einige neue Punkte konnten wir zeigen“, sagte Daniela Boy vom DRK, die das Bühnenprogramm organisiert hatte und von dem DRK-Ehrenamtsbüdchen aus genießen konnte. „Besonders schön ist es, wenn Gruppen auftreten, die aus Menschen vieler Nationalitäten bestehen.“

Überhaupt, ergänzt Ozan Erdogan, könne man von einer „Internationalen Stadt Neuss“ sprechen: „Seit sich der Integrationsrat neu formiert hat, gehen wir ganz große Schritte in Richtung Toleranz und Akzeptanz und damit zu einem harmonischen Miteinander.“

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