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Neuss: Ferienlager nur für Mädchen

Neuss : Ferienlager nur für Mädchen

"Wo ist das Goldglitzer?", fragt ein Mädchen seine 23 Freundinnen, die an drei Gruppentischen Spiegelrahmen verzieren. Die Mädchen sind im Freizeitheim Domäne Hohlenfels, in Lahn Dietz, wo sie fleißig malen, schneiden und kleben.

Die 24 Mädchen machen Urlaub, organisiert von der KJG St. Konrad. Am Freitag bekamen sie hohen Besuch. Schon zum elften Mal organisiert die KJG aus Gnadental ein solches Mädchenferienlager. Sechs Betreuerinnen sind seit vergangenem Montag mit der Mädchengruppe im Freizeitheim. Die Teilnehmerinnen sind neun bis 15 Jahre alt, einige von ihnen sind Geschwister. "Zickenalarm", beteuern alle, gab es bisher nicht.

Das Programm für die Teilnehmerinnen ist sehr vielfältig: Sie wandern, spielen Fußball und Tischtennis oder verschönern Spiegelrahmen und T-Shirts. Wenn sie Sonne scheint, können sie auch den Erlebnispfad im Wald erkunden, Räuber und Gendarm spielen oder die große Spielwiese nutzen. Damit es nie langweilig wird, überlegen die Betreuer sich jeden Tag eine neue Tagesaufgabe. Zum Sieg reicht manchmal, das größte Blatt zu finden.

An anderen Tagen ist es nicht so leicht, da wird eine ABC-Geschichte verlangt. Meret Stursberg (13) ist zum ersten Mal dabei: "Meine Nachbarin war letztes Jahr schon auf der Freizeit und hat erzählt, wie schön das war. Jetzt sind wir zusammen hier. Alle spielen hier gemeinsam, egal wie alt sie sind, das macht wirklich viel Spaß."

Julia Sticker ist 14 Jahre alt und schon zum fünften Mal im Mädchenferienlager: "Hier ist immer was los und man lernt viele neue Leute kennen. Wenn ich älter bin, möchte ich auch als Leiterin mitfahren."

Viele der Betreuer waren vorher Teilnehmer und nutzen ihren Urlaub, um ehrenamtlich im Lager zu arbeiten. So ein Engagement lobte Jugendamtsleiter Achim Tilmes, der selbst früher Gruppenleiter war, am Freitag bei seinem Besuch: "Jugendliche können heutzutage überall Urlaub machen, und müssen sich dort um nichts kümmern. Wer sich in seinem Urlaub ehrenamtlich einsetzt, der sollte dafür anerkannt werden". Schließlich hätten die Leiter Wochen in die Vorbereitung des Lagers und ihre Schulung für diese Zeit investiert.

Tilmes besuchte die Freizeit mit dem Jugenddezernenten Stefan Hahn und Ann-Christin Kaup vom Jugendamt. Sie wollten sehen, wie das Fördergeld der Stadt eingesetzt wird, vor allem aber, um die Arbeit der Ehrenamtlichen zu würdigen.

(NGZ)