Neuss: FDP sieht Windkraftpläne weiter skeptisch

Neuss: FDP sieht Windkraftpläne weiter skeptisch

Die FDP hofft auf ein Aus der Windkraftpläne. Die Stadtwerke weisen dies entschieden zurück.

Die Neusser Liberalen wollen ihre Abneigung gegen die im Stadtteil Hoisten geplanten Windräder nicht ruhen lassen. FDP-Fraktionschef Heinrich Köppen spricht bereits vom "Ende der Windkraftanlagen in Neuss". Hintergrund sind die Debatten der Großen Koalition in Berlin über die Energiewende. Dort hatten CDU und SPD beschlossen, im Frühjahr eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) vorzulegen.

Erste Pläne sind schon durchgesickert. Demnach sollen im Binnenland nur noch Windräder gefördert werden, die auf einen Windertrag von rund 80 Prozent kommen. "Damit ist Hoisten aus dem Rennen, weil der dortige Standort zu windschwach ist", sagt Köppen, der sich aus Reihen der CDU weiterhin auf den Hoistener Stadtverordneten Karl-Heinz Baum verlassen kann. Beide sind sich einig darüber, dass sie sich nicht vorstellen können, dass die Stadtwerke planten, gegen die Vorstellungen der neuen Bundesregierung zu versuchen, etwaige alte Rechte geltend zu machen.

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Bei den Stadtwerken wiederum sorgen die Unkenrufe gegen die Windräder für Unmut. "Wir sind mitten im Genehmigungsverfahren", sagt Stadtwerke-Sprecher Jürgen Scheer. Zunächst einmal müsse nun die Umweltbehörde des Rhein-Kreises entscheiden, ob die zwei geplanten Windräder am Standort Hoisten genehmigt werden. "Erst danach werden wir prüfen, ob ein Bau wirtschaftlich Sinn macht und dabei natürlich die aktuelle Fördersituation berücksichtigen", fügt Scheer hinzu. Schon jetzt die von CDU, SPD und Grünen befürworteten Investitionen in die Windkraft schlechtzureden, sei kaum der richtige Weg, meint er. "Zumal wir weiter davon überzeugt sind, diese Windräder wirtschaftlich führen zu können — sonst wären wir wohl kaum in das Genehmigungsverfahren gegangen", betont Scheer.

(NGZ)
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