FDP Neuss will städtische Grundstücke vermehrt in Erbpacht vergeben

FDP-Vorschlag als Impuls für den Wohnungsmarkt : FDP will städtische Grundstücke öfter in Erbpacht vergeben

Die Stadt ist dabei, ihr Instrumentarium für einen Erfolg am Wohnungsmarkt zu verbreitern. Nach dem Ankauf von Belegungsrechten für Wohnungen, die aus der Mietbindung fallen, will sie nun das in Münster erfolgreiche Modell einer „Sozialgerechten Bodennutzung“ prüfen.

Der Antrag dazu kam von der SPD-Fraktion. Die FDP legt nun ihrerseits einen Vorschlag auf den Tisch, den die Liberalen in die Formel „20.000/200/2“ kleiden. Ihr Ziel: Mit Erbbaurechten der Wohnungsnot begegnen“.

Weiter steigende Bodenpreise sowie ein stetig wachsender Pro-Kopf-Wohnraumbedarf führen zu erheblichen Belastungen beim Erwerb einer Immobilie. Diese Martktendenzen liegen allen Ideen zugrunde, die zum Thema „bezahlbarer Wohnraum“ angestellt werden. Wohnbauflächen und damit Wohnraum für „Normalverdiener“, der von diesen auch in absehbarer Zeit abgezahlt werden kann, steht so gut wie nicht mehr zur Verfügung, nennt die FDP einen Preistreiber beim Namen. Die Großstädte aber auch die, die sich, wie Neuss, in deren „Speckgürtel“ befinden, stünden deshalb vor großen Herausforderungen.

„Die Stadt Neuss muss genau an diesem Punkt tätig werden“ sagt  Gerd Schorn, der stellvertretende Parteivorsitzende. „Denn die enormen Kosten für Grund und Boden sind für eine familienfreundliche Stadt wie Neuss kaum akzeptabel.“ Eine machbare Lösung könnte die Vergabe von Baugrundstücken im Rahmen von Erbbaurechtsverträgen an Neusser Bürger sein.

„Sieht man die Vergabe von Erbbaurechtsverträgen zudem für junge Familien mit Kindern bzw. förderungswürdigen Einkommensschichten vor,“ ergänzt der Parteivorsitzende Michael Fielenbach, könnte der Städtebau zugleich sozial und familienfreundlich gesteuert werden. „Das Wohnraumangebot wird damit der nach sozialen Gesichtspunkten gewünschten Nachfrage zugeführt“, erklärt er. „Verbindet man die Vergabe zudem mit umweltpolitischen Bauvorgaben, kann ein ausgewogenes Bürgerwohnen entstehen, das der Stadt langfristig gut tut,“ ergänzt der Fraktionsvorsitzende Manfred Bodewig.

„20.000 Quadratmeter Wohnraum für 200 Wohneinheiten in 2 Jahren“ lautet dabei die Formel, mit der die FDP dem Neusser Wohnungsmarkt neue Impulse geben möchte.  Ein entsprechender Antrag zur Unterstützung dieser Initiative soll dazu in die politischen Gremien eingebracht werden.

(-nau)
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