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Neuss: Familienclub "Novesia" schwört auf die Fortuna

Neuss : Familienclub "Novesia" schwört auf die Fortuna

"Novesia 1895", der erste offizielle Fortuna-Düsseldorf-Fanclub in Neuss, fiebert dem ersten Rhein-Derby der Zweitliga-Saison entgegen.

"Fortuna klaut Köln die Punkte": Der Videoschnipsel auf der Internet-Plattform "Youtube", gerade einmal 15 Sekunden lang und bis Donnerstag schon mehr als 20 000 Mal angeklickt, ist zur Zeit Klaus Patzelts Favorit. Am Sonntag macht sich der 52-Jährige auf den Weg ins Rhein-Energie-Stadion des 1. FC Köln , um zu sehen, ob seine Mannschaft die Mission umsetzt. Denn das Derby der Rivalen am Rhein ist für den Präsidenten von "Novesia1895", der nach eigenen Angaben ersten offizielle Fortuna-Düsseldorf-Fanclub in Neuss, ein Muss.

Seit 1999 waren beide Mannschaften im Profi-Fußball nicht mehr aufeinander getroffen. Damals trennten sich die Fortuna und der 1. FC im Kellerduell der zweiten Fußball-Bundesliga 2:1 — für Düsseldorf, das trotzdem absteigen musste. Nach Düsseldorfs unglücklichem Abstieg aus dem Oberhaus in diesem Jahr zählt Patzelt beide Clubs zum Favoritenkreis um den (Wieder)-Aufstieg. Das heißt, Düsseldorf sieht er momentan sogar im Vorteil. Denn, stichelt er mit Blick auf den Saisonauftakt am vergangenen Wochenende gegen die "Geißböcke", "wer aufsteigen will, muss in Dresden drei Punkte holen."

Unter den Fanclubs der Fortuna ist "Novesia 1895" einer der jüngsten. Erst 2011 gründete sich der heute 50 Mitglieder zählende Verein, der aus dem Freundeskreis Fortuna Düsseldorf in Neuss hervorging. Der zählt noch heute 250 Fußballfans. Der Anstoß zur Gründung ging von Patzelt und einem Freund aus, die mit ihren Söhnen Heimspiele der Fortuna besuchten und bald für immer mehr Interessierte Karten orden mussten.

Dass zwei Väter den Verein gründeten, ist ihm heute noch anzumerken. "Novesia 1985" ist ein Familienclub. "40 Prozent der Mitglieder sind Frauen und Mädchen", sagt Patzelt nicht ohne Stolz. Und gut die Hälfte der Novesen ist im Jugendalter. "Vom Facharbeiter bis zum Unternehmer haben wir alles dabei", sagt Patzelt, den es freut, dass mit Gerd Röpke ein Aufsichtsratsmitglied der Fortuna um Aufnahme in "seinem" Club nachgesucht hat.

Zu Auswärtsspielen lassen die Neusser ihre Kinder meist daheim. "Man kann die Sicherheitslage von außen schwer einschätzen", nennt Patzelt den Grund. In die Düsseldorfer Arena aber könne man Kinder "getrost mitnehmen". Die gehen dann mit in den Familienblock, während andere, die die dichtere Atmosphäre auf den Stehrängen suchen, diese Blocks ansteuern. Bei den "Ultras" sind die Neusser nicht zu finden, obwohl sie für die viele Sympathien haben. "Die unterstützen Fortuna voll, lehnen aber Gewalt und rechte Tendenzen ab", urteilt Ben Schepping (17).

Als echte Fans haben die "Novesen" in großer Zahl die Relegationsspiele gegen Hertha BSC gesehen und nur ein Jahr nach dieser Aufstiegsfeier den Abstieg verschmerzen müssen. "Dann fahren wir halt nicht nach Dortmund, sondern nach Sandhausen", sagt Patzelt. Aber zuerst eben nach Köln. Dorthin, wie Patzelt schon als Kind sein allererstes Fußballspiel sah.

(NGZ)