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Neuss: Familien ziehen nach Neuss

Neuss : Familien ziehen nach Neuss

Geringe Leerstände, steigende Preise und zehn Prozent mehr Immobiliengeschäfte belegen die Attraktivität der Stadt Neuss, die immer mehr Düsseldorfer und Kölner entdecken. Einhellige Forderung: Neue Baugebiete auflegen!

Zum Jahresbeginn sind sich die Akteure auf dem Wohnungsmarkt in ihrer positiven Stimmung einig: "Der Standort Neuss ist stark und gut!" Die Nachfrage für die geplanten 28 Häuser und 25 Eigentumswohnungen auf dem Gelände der alten Musikschule ist laut Bauherrin Ulrike Korbmacher (45) "schon jetzt richtig gut".

Im Sommer rollen an der Lützowstraße erst die Bagger an. Makler Alexander Busch (45) hat im vergangenen Jahr "über hundert Häuser — mehr als im Vorjahr — zu moderat erhöhten Preisen" in Neuss vermittelt.

Seit über zwanzig Jahren wächst die Einwohnerzahl beständig. Heute leben über 153 000 Menschen in Neuss. Die Stadt wächst dank Zuzug und die Folge ist ein Boom auf dem Wohnungsmarkt.

Als Grund nennen Experten wie Heiner Kaumanns (72), Vorsitzender des Eigentümervereins Haus + Grund, die "die günstige Lage" der Stadt inklusive der Verkehrsanbindungen und die "gute Lebensqualität" in Neuss. Für Architekt Rudolf Welzel (49) wird Neuss zur "Wohnstadt" für immer mehr Neubürger, die in Düsseldorf oder Köln arbeiten.

Die Magnetwirkung, die Neuss ausübt, hat Folgen. Einen Leerstand "unter ein Prozent" meldet Peter Krupinski (34), Prokurist beim Bauverein, für die über 7000 Mieteinheiten im Bestand des größten Neusser Wohnungsunternehmens.

Auf der anderen Seite seien mehr als 1000 Interessenten gelistet, die eine neue Wohnung suchen. Aussagen, die auch Kaumanns bestätigt: "Die Leerstände bewegen sich in Neuss weit unter dem Niveau von Duisburg oder Remscheid." Dort liege die Quote bei über zehn Prozent.

Wo fiel Licht ist, ist auch Schatten. "Es wird schwieriger in Neuss, eine Wohnung zu finden", sagt Hermann-Josef Friedrichs (61), "vor allem bezahlbaren Wohnraum." Der enge Markt führe zu steigenden Preisen, so der Justiziar der Neusser Dependance des Düsseldorfer Mietervereins, "die Mieten sind 2011 deutlich angezogen."

Für den sozialen Wohnungsbau macht sich Stefan Zellnig (40) stark. Ein entsprechendes Angebot hatte die Gemeinnützige Wohnungs-Genossenschaft (GWG) jetzt im Kolpingviertel offeriert. "Die Wohnungen hätten wir sechsmal vermieten können", versichert der GWG-Geschäftsführer. Auch wichtig: "Die Gesellschaft altert. Wir benötigen mehr barrierefreie Wohnungen."

Für die alle Akteure der Branche steht fest, dass Neuss weiterhin ein attraktiver Wohnstandort mit stabilen Einwohnerzahlen sein kann, wenn ein differenziertes Angebot für verschiedene Zielgruppen geschaffen und neue Baugebiete aufgelegt werden. Den Schwerpunkt weiß Zellnig: "Der Markt will Einfamilienhäuser für junge Familien."

Thema wird am Mittwoch fortgesetzt

(NGZ)