Falschparker und weitere Hindernisse: Wenn Retter in Neuss behindert werden

Falschparker und weitere Hindernisse in Neuss : Wenn Retter in Neuss blockiert werden

Die Arbeit von Feuerwehr und Rettungsdiensten wird durch Falschparker und kaum erreichbare Straßen erschwert. Im Bezirksausschuss Uedesheim kam das Thema jetzt aufs Tableau.

Eigentlich sind sie da, um Menschenleben zu retten, doch nicht immer können Rettungskräfte ungestört ihrer Arbeit nachgehen – wegen Hindernissen verschiedener Art. Im Bezirksausschuss Uedesheim kam das Thema jetzt aufs Tableau. Nachdem eine Anwohnerin berichtete, dass die Straße „Am Kiwittenberg“ in der Vergangenheit bei mehreren Einsätzen von Rettungsdiensten nicht auffindbar gewesen sei, brachte die SPD einen entsprechenden Antrag ein. Bei der Problem-Straße handelt es sich, zumindest teilweise, um einen kleinen Stichweg, bei dem einige Häuser für Rettungsfahrzeuge nicht zu erreichen sind. „Man kommt zwar mit dem Rettungswagen herein, dann lassen sich die Türen aber nicht öffnen“, sagt Johanniter-Sprecher Dieter Guderley.

Nach Angaben des Bezirksausschuss-Vorsitzenden Stefan Crefeld (CDU) soll nun geprüft werden, inwieweit dort die Situation „entschärft werden kann“ – zum Beispiel mit einem Schild, das auf die Hausnummern in der schwer zu erreichenden Stichstraße hinweist. Oder durch die Wegnahme eines Parkplatzes an der Rheinfährstraße, wodurch die Einfahrt zum „Kiwittenberg“ besser einsehbar sein soll. Auch das Problem mit Falschparkern in dem Bereich solle gelöst werden.

Aber wie sieht das Problem gesamtstädtisch aus? Laut Guderley gibt es zwar einige Ecken in der Stadt Neuss – zum Beispiel in Allerheiligen in der Nähe der Straße „Am Linckhof“ –, die nicht direkt zu erreichen sind. „Die Feuerwehr hat wegen ihrer großen Fahrzeuge aber größere Probleme als wir“, so der Johanniter-Sprecher.

Das wurde erst Ende April deutlich, als die Feuerwehr nachts zu einem Kaminbrand an der Hymgasse ausrücken musste. Die Maßnahmen wurden erheblich durch Falschparker behindert. Das Aufstellen einer Drehleiter war anfangs nicht möglich, sodass sich die Löschung verzögerte. Es mussten insgesamt zwei Pkw gewaltsam geöffnet und verschoben werden, um eine Aufstellfläche zu schaffen. Auch Passanten halfen beim Verschieben der Fahrzeuge mit.

Die Feuerwehr hat bereits im Jahr 2018 eine „Stadttour“ gemacht, bei der geprüft wurde, welche Straßen für sie nur schwer zu erreichen sind. Das Ergebnis: An einigen Stellen gibt es Nachbesserungsbedarf – zum Beispiel an der Liedmannstraße. Die meisten Hindernisse haben allerdings keine straßenbaulichen Gründe, sondern menschliche. „Vielen Leuten ist es egal, wie sie ihr Auto abstellen“, sagt Markus Brüggen, stellvertretender Stadtbrandmeister. Vor allem das Parken in Kurven sei der größte Feind der Feuerwehr.

Doch noch ein weiterer Aspekt kommt hinzu, wodurch diese mutigen Menschen in ihrer Arbeit behindert werden. So stehen mittlerweile Pöbeleien von Patienten und Angehörigen auf der Tagesordnung. „Die Aggressivität hat spürbar zugenommen. Woran das liegt, können wir nicht sagen“, sagt Dieter Guderley.

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