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Neuss: Fall Galland — Kritik an Bürgermeister Napp

Neuss : Fall Galland — Kritik an Bürgermeister Napp

Bürgermeister Herbert Napp (CDU) bekommt Gegenwind wegen seines Umgangs mit Wirtschaftsförderer Andreas Galland. Der Amtsleiter hatte im Wirtschafts-Newsletter gegen den Trubel um die königliche Hochzeit in England polemisiert und war dafür massiv kritisiert worden.

"Die Causa Galland wird auch zur Causa Napp", sagt SPD-Chef Reiner Breuer. Er habe den Eindruck, Napp sei so häufig unterwegs — Cannes, Dubai, jetzt Stuttgart —, dass er nicht ausreichend mitbekomme, was im Rathaus vor sich gehe. In der nächsten Ratssitzung will die SPD das Thema daher aufs Tableau bringen. Bereits heute wird es auf Antrag der Grünen im Wirtschafts-Ausschuss behandelt. "Der Bürgermeister hofft wohl, dass Gras über die Sache wächst", sagt der grüne Fraktionschef, Michael Klinkicht. Die kurzzeitige Freistellung Gallands sei zu wenig. "In dem Amt wäre er weiter im Fokus der Öffentlichkeit. Man sollte vielleicht über eine Versetzung innerhalb des Hauses nachdenken", sagt Klinkicht.

FDP-Vizechef Achim Rohde fordert eine schnelle Entschuldigung Gallands — trotz des Maulkorbs, den Napp dem Amtsleiter vorerst verpasst hat. Der CDU-Landtagsabgeordnete Jörg Geerlings findet, dass die Zeit, die sich Bürgermeister Napp bis zu einer Entscheidung nehme, nötig sei. "Es sollte keinen Schnellschuss geben", sagt er. Grundsätzlich anders sieht es die UWG: "Man muss es aushalten, wenn jemand mal verbal über die Stränge schlägt", so Fraktionschef Reinhard J. Wendt.

(NGZ)