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Neuss: Fairer Wettbewerb für Medien

Neuss : Fairer Wettbewerb für Medien

Gratisangebote von ARD und ZDF verzerren den digitalen Wettbewerb. Karl Hans Arnold, geschäftsführender Gesellschafter der Mediengruppe RP, forderte beim Fischessen der Neusser CDU die Politik zu Korrekturen auf.

Karl Hans Arnold sagt den Medien eine erfolgreiche Zukunft voraus — Voraussetzung sei aber ein "fairer Wettbewerb". Der geschäftsführende Gesellschafter der Mediengruppe RP appellierte beim "Fischessen" der Neusser CDU an die Politik, Rahmenbedingungen zu schaffen, die auch ordnungspolitisch korrekt sind. Nicht korrekt ist es in Augen von Arnold, wenn die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die mit sieben Milliarden Euro gebührenfinanziert sind, Gratisangebote für Handy und Internet vorhalten: "Hier kann und darf man nicht von Grundversorgung sprechen. Hier wird mit Zwangsgebühren Wettbewerb verzerrt."

Zum Vergleich: Alle deutschen Tageszeitungen erlösen gemeinsam 3,7 Milliarden Euro aus Werbeeinnahmen. Mit mobilen Endgeräten wie dem iPhone oder iPad bestehe nun für die Medienhäuser erstmals die Chance, in größerem Umfang Erlöse mit kostenpflichtigen Inhalten im Internet zu erzielen. Die Nutzer seien bereit, so Arnold, für die so genannten Apps zu bezahlen: "Ähnlich wie mit unseren Zeitungen wollen wir über die Qualität der Inhalte überzeugen." Dieser Ansatz werde nun durch die Gratisangebote der öffentlich-rechtlichen Anstalten unterlaufen.

Alljährlich zu Beginn der Fastenzeit bittet die Neusser CDU zum "Fischessen". Die externen Redner kommen dabei traditionell aus einem wirtschaftlichen Umfeld. So auch Karl Hans Arnold (48), seit 2002 geschäftsführender Gesellschaft der Mediengruppe RP. Er ist zugleich Vizepräsident der IHK zu Düsseldorf und auch Präsidiumsmitglied des Vereins "Deutschland — Land der Ideen". 150 Gäste bedeuteten ein "ausverkauftes Haus" im Atelier auf der Rennbahn. CDU-Chef Jörg Geerlings strahlte.

In seinem Vortrag beschrieb Arnold die "Medienlandschaft in Zeiten des Wandels". Das "Ein-Produkt-Unternehmen" Zeitung, das immerhin 30 Jahre in Deutschland funktionierte, sei nicht mehr zukunftsfähig. Anzeigenblätter, Hörfunk, TV, das Internet — all das gehöre heute zum Angebotsspektrum eines erfolgreichen Medienunternehmens. Die Mediengruppe RP bringe sich in Deutschland in allen Bereichen ein und sei auch international engagiert.

Schon Anfang der 1990er Jahre habe die RP die nationalen Grenzen überschritten, heute sei sie in Tschechien, in der Slowakei, in Polen und in den Niederlanden tätig. Die Mediengruppe RP beschäftigt 1500 Mitarbeiter international, die über ein Drittel des Gesamtumsatzes auch international erwirtschaften.

Vor der Neusser CDU bezeichnete Arnold die Generierung und Verbreitung von Nachrichten als die Kernkompetenz der Medienhäuser. Zur Verantwortung gehöre auch, Position zu beziehen und Orientierung zu geben. Die Rheinische Post tue dies schon mit dem Untertitel "Zeitung für Politik und christliche Kultur" — und dieser Untertitel stehe "nicht zur Disposition".

(NGZ)