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Neuss: Fahndung nach Fallah Sänger im Internet

Neuss : Fahndung nach Fallah Sänger im Internet

Steckbriefe hängen heute nicht mehr nur in Polizeiwachen aus, sondern auch im Internet. Denn nicht nur Polizei und Staatsanwaltschaft fahnden nach Fallah Sänger, dem mutmaßlichen Dreifachmörder von der Furth, sondern auch Privatleute.

Sie haben sich mit Hilfe sozialer Netzwerke organisiert und auf die Spur des 35-jährigen Deutsch-Irakers begeben, der in dem Verdacht steht, am 20. August ist einer Wohnung an der Kaarster Straße seine Frau und Kinder getötet zu haben. Hinweise auf seinen Aufenthaltsort werden auch an eine Facebook-Gruppe mit derzeit 121 Angehörigen allein in Deutschland erbeten, zudem wurde eine eigene E-Mail-Adresse für solche Hinweise eingerichtet.

Die Bemühungen dieser Privatpersonen haben nichts mit den behördlichen Fahndungsmaßnahmen zu tun, betont Christoph Kumpa, der ermittelnde Staatsanwalt. Er geht inzwischen mit Gewissheit davon aus, dass sich der Gesuchte in Kirkuk, in seinem Heimatland Irak aufhält. Ob ein Auslieferungsersuchen Sinn macht, werde derzeit eruiert.

Hat der unter seinem Geburtsnamen Fallah Omar ausgereiste Mann noch einen irakischen Pass — wovon die Fahnder ausgehen — werde die Auslieferung schwer. Aber selbst wenn er "nur" Deutscher ist, steht einer Überführung nach Deutschland ein fehlendes Auslieferungsabkommen mit dem Irak im Weg.

Aus Sicht der betroffenen Familie heißt es, mit der privat initiierten Suche nichts zu tun zu haben. Andere Dinge wie die Räumung der Tatwohnung bestimmen derzeit den Alltag. Der Vater der getöteten Saskia Sänger will aber die Mutter des mutmaßlichen Täters treffen, wenn diese jetzt aus dem Irak nach Neuss kommt. "Dass ich Fragen an sie habe, wird jeder verstehen."

(-nau)