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Rhein-Kreis Neuss: Facebook ist erste Wahl für Neusser Schüler

Rhein-Kreis Neuss : Facebook ist erste Wahl für Neusser Schüler

Facebook ist das soziale Netzwerk, was Schüler am Berufskolleg für Information und Technik am meisten nutzen, gefolgt von WhatsApp.

Facebook ist in Deutschland das mit Abstand meistgenutzte soziale Netzwerk. Allerdings: Das Durchschnittsalter hat die 40 überschritten, in den USA wandern die Jungen zu "cooleren" Seiten ab. Doch die Behauptung, Facebook sei für junge Leuten Schnee von gestern, können Neusser Schüler am Berufskolleg für Information und Technik (BIT) nicht bestätigen. Im Gegenteil: Bei den Computer- und Netzwerk-Spezialisten von morgen rangiert das US-amerikanische Allround-Portal weiterhin ganz oben auf der Klick-Liste.

"Ich nutze im Grunde nur Facebook und WhatsApp", sagt Dominic Lettgen, 22. "Facebook läuft rund um die Uhr auf meinem Smartphone. Allerdings schaue ich eher, was meine Freunde posten, als selbst Bilder oder Nachrichten zu veröffentlichen." Ähnlich verfahren seine Mitschüler. Zehn von elf benutzen ein Smartphone, vier einen Tablet-PC, den sie auch in die Schule mitnehmen. Das mobile Internet ist für sie aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, auch im Schulalltag. "Über Gruppen in Facebook informieren wir die Schüler über Hausarbeiten und die Schüler tauschen sich über Schulisches aus", sagt Peter Cronemeyer, Lehrer und Abteilungsleiter des Bildungsgangs Informationstechnischer Assistent am BIT. "Auf der anderen Seite klären wir auf über die Gefahren eines extensiven Gebrauchs des Netzwerks, besonders im privaten Bereich."

So bewegen sich die bestens informierten BIT-Schüler im World Wide Web äußerst vorsichtig: "Wir wissen, wie gefährlich es ist, persönliche Daten und Informationen preiszugeben", sagt Björn Pieschel, 18 Jahre alt. "Man muss sich darüber bewusst sein, dass Seiten wie Facebook alle Rechte an Bildern und Daten ihrer Nutzer haben." Andere, die sich weniger auskennen, präsentieren sich wesentlich öffentlicher: "Freunde von mir verbringen ganze Tage damit, sich in Blogs mitzuteilen", erzählt der 16-jährigige Jan Conrad. Statt Fotos selbst hochzuladen, etwa auf Instagram, einem Portal zum Austauschen von Bildern, schaut er sich lieber Videos auf YouTube an. "Wir haben selbst Tutorials bei YouTube hochgeladen, etwa darüber, wie man am besten mit Microsoft-Programmen arbeitet", erzählt der Schüler.

Aktiver sind seiner Erfahrung nach die weiblichen Mitglieder seines Freundeskreises. "Sie verabreden sich über Facebook zum Shoppen, posten gegenseitig, was sie gerade im Fernsehen schauen oder schwärmen von Stars, die ich nicht einmal kenne." Die einzige Frau in der Schülerrunde, Jasmin Merwitz, verhält sich im Netz eher männlich: "Ich nutze Facebook erst seit vergangenem Sommer und das Internet allgemein eher als Informationsmedium als zum kontakten und posten." Das soziale Netzwerk Google+ steht bei den jungen IT-Experten hoch im Kurs und wird als besser empfunden als Konkurrent Facebook. "Man muss eingeladen werden, das ist positiv; und Google+ sagt im Gegensatz zu Facebook, was es tut", erklärt Yannik Voß. Problem sei nur, dass sich niemand in dem Netzwerk tummelt. Daher sei für ihn die Nutzung ebenfalls sinnlos. Übrigens, deutsche Portale wie Schüler VZ sind seit der Popularität von Facebook "total ausgestorben", zumindest für ältere Schüler.

(NGZ)