Exkursion führt zur Kaffeerösterei Bazzar

Themenführung „Neusser Mosaike“: Röst-Aromen beim Kaffee-Seminar

Bis zu 800 Aromen stecken in einer Kaffeebohne. Wie sich diese am besten entfalten, lernen Teilnehmer des kleinen Kaffee-Seminars bei der Tourenreihe „Neusser Mosaike“ von Neuss-Marketing. Die führt in die Rösterei „Bazzar“.

Der morbide Charme der alten Industriearchitektur im Neusser Hafen hatte es Aydin Kirici 2013 angetan. Seither dreht sich in der ehemaligen Werkshalle, in der bis in die 1990er Jahre Sanitär-Keramik hergestellt wurde, alles um ein Genussmittel, ohne das sich viele Deutsche einen Start in den Tag nicht vorstellen können: Kaffee. „Unsere Besucher sind von den Räumlichkeiten immer sehr begeistert“, sagt Kiricis Geschäftspartner Uwe Müller, „so etwas heute noch zu finden, ist nicht einfach.“

In spröde-chicer Loft-Atmosphäre werden in der Bazzar-Rösterei nicht nur fair gehandelte Kaffeesorten aus aller Welt veredelt, sondern auch Zubehör angeboten. Wer schon immer mehr über das Lieblingsgetränk der Deutschen erfahren wollte, hat dazu am Samstag, 23. Juni, Gelegenheit. Dann laden Neuss Marketing und NGZ zum kleinen Kaffee-Seminar in die Rösterei ein.

Als Aydin Kirici 1996 in der Düsseldorfer Altstadt Bazzar Caffè und Shop eröffnete, tranken die Deutschen noch überwiegend den traditionellen Filterkaffee. Den beliebten Espresso gab es hauptsächlich in der Gastronomie. Bald entwickelte Kirici mit italienischen Partnern verschiedene Röstungen, die unter dem Namen Bazzar vertrieben wurden. Der Umzug an den neuen Firmensitz im Neusser Hafen mit eigener Rösterei und Verpackungsanlage gab dem Unternehmen 2013 ganz neue Impulse. Dort kümmern sich zehn Mitarbeiter darum, sorgfältig ausgewählte Rohkaffee-Spezialitäten in selbstgerösteten Kaffee umzuwandeln.

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Das geschieht nach dem traditionellen Trommelröstungsverfahren. „Das ist wohl die teuerste Art, Kaffee herzustellen, da wir bei der Trommelröstung mit 20 Prozent den höchsten Einbrand verzeichnen“, sagt Uwe Müller. „Das heißt, von hundert Kilogramm Rohkaffee landen am Schluss nur 80 Kilogramm Röstkaffee auf dem Kühlteller.“ Und während die industrielle Röstung zwischen vier und sechs Minuten Zeit benötige, würden die Bohnen bei Bazzar zwischen 16 und 20 Minuten geröstet, ergänzt er. Diesen Prozess werden die Besucher live verfolgen können.

Bevor es in die Praxis geht, sorgt Uwe Müller im Rohkaffeelager zunächst für etwas theoretischen Hintergrund: Auf dem „Lehrplan“ stehen eine kurze Geschichte des Kaffees, Informationen über die Pflanze und ihre Varietäten, die richtige Mischung sowie Bio- und Fair-Trade-Kaffee, bevor Müller die Teilnehmer durch die Produktionsstätte führt. Auch zu den unterschiedlichen Zubereitungsarten wie French-press, Kapseln oder Handbrühung wird Müller Hinweise und Tipps geben.

Beim Rösten gehen die Fachleute von Bazzar übrigens bei jeder Bohnensorte nach einer speziellen Rezeptur vor: Während des Röstvorgangs wird eine bestimmte Temperaturkurve eingehalten, um die verschiedenen Aromen optimal zu betonen. „Jeder Rohkaffee besitzt einen eigenen Grundcharakter, den verschiedene Röster zu unterschiedlichen Kaffees veredeln“, sagt Müller. Natürlich ist nach dem Röstvorgang eine Verkostung der gerade frisch gerösteten Espressobohnen geplant.

(NGZ)
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