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Neuss: Ex-Ratsherr vertreibt feines Olivenöl

Neuss : Ex-Ratsherr vertreibt feines Olivenöl

Hubert Esser liebt Thassos und griechische Küche. Hobby wird zum Geschäft.

Plötzlich wird aus dem Gewerkschaftler einer, der sich unternehmerisch betätigt. Hubert Esser (58) hat immer die Interessen der Arbeitnehmer vertreten. Als (freigestellter) Betriebsrat, als Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) im Rhein-Kreis, als SPD-Ratsherr in Neuss und als Bundestagskandidat seiner Partei. Jetzt organisiert er, der das Wort Privatier nicht gern hört, einen neuen Lebensabschnitt - abseits von Politik und Beruf - und mit erkennbaren Anstrichen eines Unternehmers. "Ich bin nur Gehilfe meines Sohnes. Jens ist der Chef", sagt das Familienoberhaupt. Jens Esser (27), Student der Wirtschaftspsychologie in der Endphase, schweigt und grinst: "Wir schauen beide mal, was geht."

Sohn und Vater sind behutsam ins Geschäft mit hochwertigem Olivenöl eingestiegen. Ihre Gebinde von der 0,25-Liter-Flasche bis zum 2,5-Liter-Kanister werden auf der griechischen Insel Thassos produziert. Dort haben die Essers seit Jahren ein Domizil - und 30 Olivenbäume. Esser liefert seine Oliven, ebenso wie die 200 Bauern auf der Insel, bei einer Ölpresse ein und erhält feines Speiseöl zurück. Für den Hausgebrauch. Viele Jahre ging das so.

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Jetzt wollen Hubert und Jens Esser auf den deutschen Markt bringen, was ihnen selbst gut schmeckt. Sie haben Öl bei der kleinen Presse auf Thassos hinzu gekauft, sind dort zum größten Kunden aufgestiegen und platzieren nun "Thassoliva" in und um Neuss. "Mit Erfolg", sagt Jens Esser, "die Nachfrage belebt sich schnell."

Die Marktchancen hat Hubert Esser studiert. Durchschnittlich verzehrt ein Deutscher einen Liter Olivenöl pro Jahr, in Österreich sind es 1,4 Liter und in Spanien gar 12 Liter. "Da ist in Deutschland Luft nach oben", glaubt Hubert Esser und investiert in die Branche. Dabei setzen die Essers auf Qualität. "Die sofortige Pressung unserer Oliven nach der Ernte garantiert einen erstklassigen Säuregehalt von unter 0,3 Prozent", sagt Jens Esser, "0,8 Prozent sind maximal erlaubt, um die erste Güteklasse nativ extra zu vertreiben."

(-lue)