Neuss: Ex-Hoppeditz Peter Rüttgers wird 70

Neuss : Ex-Hoppeditz Peter Rüttgers wird 70

In seinem Haus an der Finkenstraße feiert Peter Rüttgers am Sonntag die Vollendung seines 70. Lebensjahres. Es ist nicht der einzige Geburtstag, den der Mundartfreund, Autor, Sänger, Karnevalist und Polizist i.R. feiern kann. Denn kurz nach seiner Pensionierung im Jahr 2009 brach er auf einer Radtour zusammen, fiel ins Koma und musste sich mühsam einen Weg zurück ins Leben erkämpfen. Um so mehr genießt der Familienmensch Rüttgers die Gemeinschaft mit Ehefrau Heidi, Sohn und Schwiegertochter und inzwischen zwei Enkelkindern.

Vielen Menschen war Rüttgers als Bezirkspolizist in Gnadental bekannt. Bundesweit bekannt aber machte ihn sein Kooperationsmodell "Schule mit Polizei - Schulsprechstunde", das er mit mehreren Schulen im Schulzentrum Weberstraße umsetzte. Seine positiven Erfahrungen damit gab er gerne an interessierte Kollegen weiter.

In seinem Heimatort Reuschenberg setzte Rüttgers in vielerlei Hinsicht Zeichen. Er ist Gründungsmitglied des Gospelchores "Together", dem er seit 27 Jahren angehört. Als Oberleutnant des Grenadierzuges "Us eenem JuS" war er maßgeblich daran beteiligt, dass 2005 in Reuschenberg eine Gruppe "Grenadiersänger" gegründet wurde. Für deren ersten Auftritt komponierte er den "Reuschenberger Marsch", der inzwischen so etwas wie das Heimatlied dieses Ortsteiles ist. An den Mundartabenden des Heimatvereins "Gartenvorstadt", die er gelegentlich als Interpret mit eigenen Beiträgen bereichert, lässt die Vorsitzende Marlene Conrads jedes Mal dieses Lied anstimmen.

Seine eigentliche Erfüllung aber fand Peter Rüttgers in der Rolle des Hoppeditz der Stadt Neuss. Dieses Amt macht er in den Jahren 2007 bis 2009 in vorher nicht gekannter Weise populär.

Plötzlich war der Hoppeditz nicht nur eine Figur zum Sessionsauftakt, sondern ergriff zu vielen Gelegenheiten das Wort. Mit seiner Krankheit endete diese Karriere abrupt. Ein Comeback gab es nicht.

(-nau)