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Evangelische Gemeinde Norf-Nievenheim ohne Presbyterium

Ohne Presbyterium : Neusser Kirchengemeinde mit Notverwaltung

Das Presbyterium der Gemeinde Norf-Nievenheim ist nicht handlungsfähig, die Neuwahl gescheitert.

In der evangelischen Kirchengemeinde Norf-Nievenheim herrscht Ausnahmezustand. Zwei von drei Pfarrstellen sind vakant, das Presbyterium ist nach etlichen Rücktritten nicht mehr beschluss- und damit nicht handlungsfähig. Die Geschäfte führt jetzt ein von Superintendent Dieter Denker eingesetzter Bevollmächtigtenausschuss (BVA), an dessen Spitze er seinen Stellvertreter Harald Ulland aus Waldniel berufen hat.

Ulland steht vor der vordringlichen Aufgabe, die Wahl eines neuen Leitungsgremiums vorzubereiten. Kommt der BVA dazu rasch zu Beschlüssen und finden sich genug Kandidaten, könnte das Verfahren im Mai gestartet und im November abgeschlossen werden. Das, so Ulland, wäre aber die sportliche Variante. Wahrscheinlicher ist ein Presbyteriumswahl im März 2021.

Turnusmäßig stehen die Wahlen zum Presbyterium im März dieses Jahres an. Tatsächlich gewählt wird allerdings nur in den Pfarrbezirken Uedesheim und Gnadental der Kirchengemeinde Neuss-Süd, berichtet Sebastian Appelfeller als Leiter des Verbandes der vier evangelischen Kirchengemeinden in Neuss. In der Christuskirchengemeinde wie auch in der Further Reformationskirchengemeinde gibt es nur so viele Bewerber, wie Stellen zu besetzen sind – sie gelten damit als gewählt. Und in der Gemeinde Norf-Nievenheim galt die Wahl schon im Herbst 2019 als gescheitert. Ein Grund: zu wenig Kandidaten.

„Das Jahr 2019 war für Gemeinde, Presbyterium und Pfarrteam ein schwieriges“, schreibt der Superintendent im aktuellen Pfarrbrief. Er erkennt darin an, dass versucht wurde, „bestehende Konflikte aufzulösen.“ Ähnlich äußert sich auch Ulland: „Wir gewinnen die Zukunft nicht ohne die Bereitschaft, Vergangenes kritisch aufzuarbeiten.“

Ulland ist dabei wichtig, dass der BVA nicht als jemand „von außen“ wahrgenommen wird und er allein im Verbund mit den beiden ebenfalls entsandten Kreissynodalen Ilmo Pathe und Susanne Schneiders-Kuban die Gemeinde mit allen Rechten und Pflichten eines Presbyteriums-Vorsitzenden steuert. Deshalb hat der Kreissynodalvorstand darauf geachtet, dass der BVA paritätisch besetzt ist. Ihm gehören aus Nievenheim Daniela Meyer-Claus, Thomas Emami und Jörg Simmerling an, aus Rosellen werden Karin Oehlmann, Barbara Scheibe und Nadine Spielmann berufen und aus Norf Thorsten Schmidt, Gudrun Erlinghagen und Christa Glaubitz. Die hatte sich als Kandidatin für die Presbyteriumswahl zur Verfügung gestellt – als eine von zu Wenigen.