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Etienne-Krankenhaus in Neuss: Tipps für Herzpatienten bei Hitze

Gesundheit in Neuss : Tipps für Herzpatienten bei Hitze

Thomas Bartsch, Kardiologe am „Etienne“, rät, ausreichend zu trinken. Bei hohen Temperaturen ist das Herzinfarkt-Risiko besonders hoch.

Blauer Himmel, Sonnenschein und warme Temperaturen – was die einen freut, ist für andere eine echte Belastung. Denn die Sommermonate setzen gerade Menschen mit Herzproblemen zu – und das kann im schlimmsten Fall lebensbedrohlich werden. Worauf Herzpatienten an heißen Tagen besonders achten sollten, erklärt Thomas Bartsch, Oberarzt der Kardiologie am Johanna-Etienne- Krankenhaus in Neuss.

Deutschlandweit erleiden laut der Deutschen Herzstiftung jedes Jahr mehr als 300.000 Menschen einen Herzinfarkt. „Und bei ansteigenden Temperaturen ist das Risiko besonders hoch“, warnt Bartsch. Denn je heißer es ist, desto mehr schwitzt der Körper und verliert so neben Flüssigkeit auch wichtige Mineralstoffe wie Natrium, Kalium, Magnesium und Kalzium. „Besonders herzkranke und ältere Menschen müssen aufpassen“, weiß der Experte. Denn die akute Herzinsuffizienz oder auch Herzschwäche ist eine der häufigsten Ursachen für einen Krankenhausaufenthalt bei Patienten ab 65 Jahren.

Ganz wichtig sei laut Bartsch, den Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen. Das entspricht einer Menge von ein bis zwei Litern am Tag. Am besten sind dafür Mineralwasser oder Fruchtschorlen geeignet. Allerdings: „Herzpatienten sollten unbedingt darauf achten, genug, aber nicht übermäßig viel zu trinken, da eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr ebenfalls eine Belastung für das Herz bedeuten kann. Bitte stimmen Sie daher die genaue Trinkmenge mit ihrem behandelnden Arzt ab, um ihr Herz nicht zusätzlich zu beanspruchen“, rät der Kardiologe. Durch starkes Schwitzen verliert der Körper nicht nur Mineralstoffe, sondern auch wichtige Elektrolyte. Sie sorgen dafür, dass Körperfunktionen wie Blutgerinnung und Muskelbewegungen reibungslos ablaufen können. Ist eines der Elektrolyte nicht in ausreichendem Maße vorhanden, zeigt sich das durch Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck, Schwindel, Müdigkeit, Übelkeit oder ein Taubheitsgefühl in Armen und Beinen.

Nahrungsergänzungsmittel stellen übrigens keine ganzheitliche Lösung bei Elektrolytmangel dar. Die Deutsche Herzstiftung warnt sogar davor, diese vorsorglich einzunehmen. „Achten Sie eher darauf, den Elektrolytbedarf über die Nahrungsaufnahme zu decken“, so Bartsch. Dies gelinge leicht, indem man auf den ausreichenden Verzehr von Salz, beispielsweise in Form von Gemüsebrühe oder der Zugabe von einem Esslöffel Salz in einem Liter Mineralwasser, achtet.

Auch bei hohen Außentemperaturen sei es wichtig, das Herz-Kreislaufsystem durch regelmäßige Bewegung anzuregen, mahnt Bartsch: „Intensive sportliche Aktivitäten sollten jetzt in die frühen Morgen- oder die späten Abendstunden verschoben werden, wenn die Temperaturen noch mild sind.“ Sport in der Sonne sollte unbedingt vermieden werden, für den Kreislauf am besten seien ruhige und kontrollierte Übungen.

(NGZ)