Neuss: Ethische Maßstäbe gesetzt

Neuss: Ethische Maßstäbe gesetzt

Neuss/Berlin (-nau) Zu Orden haben die Hanseaten seit jeher ein etwas gespaltenes Verhältnis. Doch den zwölf Männern und Frauen, die am Dienstagabend Gast des erst am Morgen vereidigten Bundesarbeitsministers Olaf Scholz in Berlin waren, heftete der gebürtige Hamburger, wie er sagte, gerne einen Orden ans Revers.

Neuss/Berlin (-nau) Zu Orden haben die Hanseaten seit jeher ein etwas gespaltenes Verhältnis. Doch den zwölf Männern und Frauen, die am Dienstagabend Gast des erst am Morgen vereidigten Bundesarbeitsministers Olaf Scholz in Berlin waren, heftete der gebürtige Hamburger, wie er sagte, gerne einen Orden ans Revers.

Denn sie haben sich, jeder an seinem Platz, für Verbesserungen in der Arbeitswelt stark gemacht, engagieren sich für gute Arbeit, Ausbildung und die Integration behinderter Menschen. Einer der neuen Ordensträger ist Dr. Rainer Meusel aus Neuss, dem das Verdienstkreuz erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland durch durch den neuen Minister ausgehändigt wurde. Für seine Initiative, die zur Etablierung des Gütesiegels "Arbeit Plus" der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) führte.

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Gute Arbeit, Ausbildung und behinderte Menschen. Das sind, so Minister Scholz, "wichtige Felder, auf denen wir im Ministerium unterwegs sind und bei denen wir Mitstreiter suchen, wenn wir Erfolg haben wollen." Fortschritte, so Scholz, seien derzeit Monat für Monat erkennbar. Weniger Arbeitslose, monatlich 2000 Behinderte, die in Beschäftigung vermittelt werden, und eine Lücke auf dem Ausbildungsmarkt, die immer kleiner werde.

Der Unternehmer Rainer Meusel stieß die Idee zu einem Gütesiegel mit einer Frage an. "Warum ist es eine Erfolgsnachricht", so fragte er 1997 als Präsident des 27. Evangelischen Kirchentages in Leipzig, "wenn ein Unternehmen drei Milliarden Gewinn und im selben Atemzug den Abbau von 6000 Arbeitsplätzen ankündigt." Ein Gütesiegel verdiene, wer Arbeit schafft - für vorbildliche Beschäftigungspolitik. Damit, so Scholz, habe Meusel "ethische und soziale Maßstäbe für Unternehmen gesetzt, an denen sie sich messen lassen können." Das Gütesiegel wird seit 1998 von der EKD aufgrund eines unabhängigen Gutachtens vergeben.

(NGZ)
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