Neuss: Erstmals zweisprachig zum Abi

Neuss: Erstmals zweisprachig zum Abi

Das Marie-Curie-Gymnasium wird ab dem kommenden Schuljahr auch eine bilinguale Oberstufe anbieten. Damit will die Schule ihr Profil schärfen und sich zusätzlich von der Konkurrenz absetzen.

Als Schulleiterin Emmy Tressel mit einigen Schülerinnen in Polen war, staunte sie nicht schlecht. "Die hatten ein perfektes Alltagsenglisch drauf", sagt die 55-Jährige stolz. Kein Wunder, denn seit einigen Jahren bietet das Marie-Curie-Gymnasium in der Nordstadt einen bilingualen Zweig an. "Bei Lernstamndserhebungen schneiden unsere Schüler in Englisch immer besonders gut ab", sagt Tressel. Bisher endet das Angebot aber mit dem Beginn der Oberstufe. Das soll sich nun ändern: Wenn Rat und Bezirksregierung zustimmen, können die Schüler bereits ab dem kommenden Schuljahr auch in der Oberstufe bilingual unterrichtet werden, wenn sie bereits in der Unterstufe am bilingualen Angebot teilgenommen haben.

Der Leistungskurs Englisch wird dann Pflicht, außerdem gibt es einen Grundkurs in Erdkunde, der in englischer Sprache gehalten und schriftliches Abiturfach sein wird. Zum Abiturzeugnis gibt es dann ein bilinguales Zertifikat. Doch auch für die Unterstufe ergeben sich Änderungen. In den Klassen 5 und 6 haben ab sofort alle Schüler zwei zusätzliche Englisch-Stunden pro Woche. Danach können sie wählen, ob sie am bilingualen Unterricht teilnehmen wollen oder nicht. Bislang mussten die Schüler diese Entscheidung bereits bei der Anmeldung treffen. In Zukunft wird es auch keine Aufteilung in bilinguale und nicht-bilinguale Klassen mehr geben. In den Schuljahren 7, 8 und 9 besuchen die Schüler dann entweder deutschen oder englischen Erdkunde und Geschichts-Unterricht. Die Anmeldezahlen für das bilinguale Angebot der Schule sind hoch, für die Oberstufe gibt es bislang allerdings nur eine Prognose.

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"Der Andrang wird groß sein, zwischen einem Viertel und der Hälfte der Schüler werden wohl ein bilinguales Abitur machen wollen", schätzt Ralf Pommerening (40), der stellvertretende Schulleiter und Lehrer für Englisch und Geschichte. In seinem Referendariat hat Pommerening eine bilinguale Zusatzqualifikation erworben. Mit ihm gibt es an der Schule sechs Lehrer, die Englisch zusammen mit Erdkunde oder Geschichte unterrichten. Zusätzlich gibt es bilinguale Fortbildungsprogramme.

Seit Jahren ist das Englisch-Angebot Aushängeschild der Schule. "Eine Erweiterung auf die Oberstufe war nur logisch", findet Pommerening, der schon heute von einem "außerordentlich hohen Niveau" in den Oberstufen-Kursen spricht. Sicherlich will die Schule damit auch Schüler begeistern. "Wir stehen schon im Wettbewerb mit anderen Schulen", sagt Emmy Tressel. Sie legt allerdings Wert darauf, dass andere Bereiche nicht vernachlässigt werden.

(NGZ/ac)