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Neuss: Erster Tag in der neuen Gesamtschule

Neuss : Erster Tag in der neuen Gesamtschule

Am Mittwoch hat die dritte Gesamtschule in Neuss mit dem Unterricht begonnen. Alles – Räume, Wege und Abläufe – ist nicht nur für die 110 Schüler neu, sondern auch für das Kollegium um Schulleiter Olaf Templin. Chaotisch wurde es deshalb trotzdem nicht, weil alle mit anpackten.

Am Mittwoch hat die dritte Gesamtschule in Neuss mit dem Unterricht begonnen. Alles — Räume, Wege und Abläufe — ist nicht nur für die 110 Schüler neu, sondern auch für das Kollegium um Schulleiter Olaf Templin. Chaotisch wurde es deshalb trotzdem nicht, weil alle mit anpackten.

Es ist nur ein Notbehelf, aber einer, der funktioniert: Ralf Franke hat auf dem Schulhof Tische und Grills aufgestellt. Auf den Tischen stehen große Plastikschüsseln mit grünem Salat, Tomaten, Krautsalat und Gurken. Auf den Grills daneben brutzeln Würstchen und Hamburgerscheiben. Franke ist der Caterer für die neue, dritte Gesamtschule an der Leostraße, die am Mittwoch offiziell eröffnet wurde.

Auch Frankes Vertrag läuft erst seit MIttwoch. Er sorgt dafür, dass die 110 Schüler und das Kollegium um Schulleiter Olaf Templin künftig satt werden. Seine Küche allerdings ist noch nicht fertig, es fehlen noch Möbel. Erst ab Montag können er und sein Team richtig starten. Aber Templin ermunterte ihn, zum ersten Schultag trotzdem etwas zu Essen anzubieten. So richtete der Caterer, der auch die Hulda-Pankok-Gesamtschule in Düsseldorf versorgt, die kleine provisorische Verpflegungsstelle auf dem Schulhof ein.

Provisorisch ist in diesen Tagen vieles an der neuen Schule. Aber genau das finden Schüler und Lehrer spannend. "Man hat das Gefühl, dass das ein ganz historischer Moment ist und man selbst war dabei", sagt Schulsekretärin Andrea von Wussow-Siegmann, die zwei Drittel ihrer Stunden an der neuen Gesamtschule arbeitet und ein Drittel an der Hauptschule Gnadental. Sekretariat, der Rest der Verwaltung und der Sanitätsraum sind noch in Containern untergebracht, das Internet hakte am Mittwoch, die Möbel fehlten. Vorerst arbeiten die 50-Jährige und ihre Kollegen erstmal mit altem Schulmobiliar. Glück hatte die Schule mit den Tischen und Stühlen für die Klassenräume: Die kamen gerade pünktlich.

Probleme, Klassenraum, Toiletten oder Ähnliches zu finden, gab es am Mittwoch nicht. Denn das Kollegium war schon zwei Wochen vor Schulstart regelmäßig an der neuen Wirkungsstätte. "Schon vor Vertragsbeginn haben alle mit angepackt. Das ist toll", sagt Schulleiter Olaf Templin. Einen Tag vor Schulstart haben etwa die Lehrer sämtliche Stühle für die Klassenräume aus dem Keller hoch geschafft. Immer wieder kommen Lieferanten mit Mobililar an. Am Mittwoch sogar unangemeldet. Dann greift Hausmeister Wolfgang Biernarczyk ein. "Die letzten zwei Wochen waren wirklich stressig. Da ging's für mich manchmal von sieben bis 22 Uhr rund", sagt der 49-Jährige, der seit zehn Jahren als Schulhausmeister arbeitet, zuerst an der Hauptschule, jetzt auch für die Gesamtschule.

Herzhaft beißt Marvin Ferfers in seinen Hamburger, den er von Caterer Franke bekommen hat. Er ist in die fünfte Klasse gekommen — die 5.4 (an der Gesamtschule haben die Klassen keine Buchstaben, sondern Nummern). Dass an Marvins Klassentür statt dem Schild mit "5.4." noch ein altes "7c" steht, stört ihn nicht. "Das ändern die ja noch", sagt er. "Ich hab schon den Stundenplan und die festen Uhrzeiten", zählt er aufgeregt auf. Der Zehnjährige ist noch sichtlich begeistert von seinem ersten Tag.

Ähnlich positive Gefühle hat sogar Lehrerin Sonja Bördeling, die im Gegensatz zu Marvin schon viele erste Schultage erlebt hat. "Die Stimmung an einer neuen Schule ist etwas ganz Besonderes. Sie ist sehr energiegeladen", sagt die 43-Jährige.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Wir sind die neue Gesamtschule

(NGZ)