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Neuss: Erste CD der Ötteband seit sieben Jahren

Neuss : Erste CD der Ötteband seit sieben Jahren

Noch laufen die Vorbereitungen im Proberaum in der Nordstadt, doch schon im März will die "Ötteband" ihr Comeback starten. Dann kommt ihr Album "Als wenn das alles wär" heraus. Es ist die erste Platte seit sieben Jahren.

Sie wollen es noch mal wissen: Im März bringt die Neusser Ötteband ihr Comeback-Album "Als wenn das alles wär" heraus.

"Wir setzen alles auf eine Karte", kündigt Bandchef Christian Otte an, nach dessen Spitznamen die Band benannt ist. Sieben Jahre nach ihrem letzten Studioalbum und fünf Jahre nach ihrem vorerst endgültigen Abschlusskonzert — seinerzeit in ihrem "ehemaligen Wohnzimmer", dem Further Hof — kehrt die Band wieder zurück.

Von der 1997 gegründeten Ötteband mit Markus Scholz am Bass, Stefan Schlycht an der Gitarre, Peter Nieswand am Schlagzeug und Sänger Christian Otte sind nur noch zwei geblieben, nämlich Scholz und Otte. Sie haben gemeinsam zehn erfolgreiche Jahre erlebt. Höhepunkte in der Karriere der damaligen Coverband waren ihre Auftritte während der Fußball-WM in Frankreich. Ein Reiseunternehmen hatte die Band für Gigs verpflichtet. "Statt Gage gab es Eintrittskarten für die Spiele", erzählt Otte und gerät ins Schwärmen: "Wir waren ein großer Trupp, denn Frauen und Kinder waren dabei." Ihre Coverlieder von den Toten Hosen, Marius Müller Westernhagen, den Ärzten oder Extrabreit kamen gut an. Mit bekannten Musikgrößen wie Achim Reichel, BAP, Münchner Freiheit oder Nena standen sie damals auf der Bühne.

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Auch ins Fernsehen schaffte es die Partyrockband. "Bei der ersten Staffel von Big Brother haben wir vor dem Container gespielt", so Otte. Absolutes Highlight sei bei der Aufstiegsfeier vom FC St. Pauli in Hamburg vor knapp 30 000 Zuhörern gewesen. Trotz der Erfolge war Otte nicht zufrieden. "Ich wollte eigene Texte schreiben und Musik machen." Zunächst habe die Band es mit einem Mix versucht: Coversongs und Eigenkompositionen. Dann kam "Saitenwechsel", das erste krachende und wütende Rockalbum nur mit eigenen Songs.

Mit dem Album "Grünes Licht" im Jahr 2005 entschied sich die Band endgültig, nicht mehr zu covern. Zeitgleich stieg Jan Purfürst als Gitarrist ein. Bis 2007 blieb die Band noch zusammen. Doch das Publikum brach weg, die Band zerstritt sich und dann war Schluss. Nach sieben Jahren haben Otte, Scholz und Purfürst jetzt wieder zusammengefunden. Gemeinsam mit Dave Groewer an den Drums wagen sie das Comeback, die Proben dafür finden in der Nordstadt statt. "Hart, rockig und brachial, aber auch einige Balladen", so beschreibt Otte, der in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag feiert, ihren Musikstil.

Die Texte seien alle deutschsprachig, inhaltlich nah am Leben, mit viel persönlicher Note und klaren Bekenntnissen. Die Songs hat Otte geschrieben, der als selbstständiger EDV-Handelsvertreter für den Lebensunterhalt seiner fünfköpfigen Familie sorgt. Seine Kinder, fünf, 17 und 23 Jahre alt, finden seine Musik nicht so toll. Otte nimmt das gelassen, das sei eben Geschmackssache und leben könne man von der Musik auch nicht — "sonst wäre ich auch längst pleite". Aber es sei erfüllend, vor vielen Leuten zu spielen. Und: "Musik ist meine Leidenschaft, die sich durch mein ganzes Leben zieht."

(NGZ)