Neuss: Erst Essen, dann Kabarett im Schlachthof

Neuss: Erst Essen, dann Kabarett im Schlachthof

Gelegenheit zu Streifzügen durch die vielfältige Kleinkunstszene jenseits der großen Namen und Attraktionen gibt seit Freitag eine neue Reihe des Theaters am Schlachthof: "Kabarettkracher" heißt das neue Format, das Angenehmes mit Kulinarischem verbindet und in unregelmäßigen Abständen erst ein gemütliches Essen und anschließend eine üppige und vielseitige Show bietet.

Mit Charme, Witz und Esprit moderierte Martin Maier-Bode den Abend, lästerte gehörig über FDP und andere Aktualitäten und präsentierte vier außergewöhnliche Künstler. Für einen gelungenen Auftakt sorgte Christian Hirdes, ein Sprachkünstler und Wortjongleur zwischen Karl Valentin und Heinz Erhardt, von zart-lakonischer Selbstironie und souverän am Klavier, der Gitarre und der Kindertröte. Mit seinen Reflektionen über das Leben als Künstler, Liedern von Eintagsfliegen, vor allem mit aberwitzigen Wortspielereien begeisterte er seine Neusser Zuschauer restlos. Jenseits der Worte präsentierten Deana Kozsey und Holger Ehrich als Bochumer "Duo Diagonal" in ihrer grandiosen Show Körpersprache und Mimik der Meisterklasse und erwiesen sich als wahre Meister des Minimalismus: Wie komisch es ist, wenn zwei Menschen auf der Bühne den Anweisungen einer Trimm-Dich-Platte aus den Siebzigern zur Gesichtsgymnastik folgen, wie faszinierend die Hypnose eines kleinen grünen Nilpferds sein kann und dass man einen ganzen Saal mit nichts anderem als mit zwei am Kopf befestigten Bommeln fesseln kann, zeigte diese Duo, das die ganze hohe Schule des Varietés beherrscht. Fröhlich, frech und lästerlich plauderte schließlich noch Fabian Hintzen, 17-jähriges Mönchengladbacher Wunderkind der Branche, mit Charme und Witz aus seinem Alltag zwischen nervenden Lehrern und Eltern, absonderlichen Hinweisen auf Beipackzetteln und Bundesjugendspielen

(NGZ)