Neuss: Eroberung des Rennbahnparks

Neuss : Eroberung des Rennbahnparks

Nächsten Samstag wird der neu gestaltete Innenraum der Galopprennbahn für die Neusser geöffnet. Ab dann steht allen der Park täglich von 11 bis 22 Uhr offen. Einige aber haben das große Areal schon jetzt für sich entdeckt.

Ertappt fühlen sie sich — und haben doch gar keinen Grund. Denn das Beachvolleyballfeld im Rennbahnpark, von dem die Kinder beim Herrannahen türmen, ist doch auch für sie da. Selbst wenn die Eröffnung des Sportparks im Innenraum der Galopprennbahn erst in einer Woche gefeiert wird. "Dafür haben wir das ja gemacht", sagt Peter Rebig, Geschäftsführer von Neuss-Marketing.

Eine Woche vor der Eröffnungsfeier arbeitet (fast) nur noch die Natur. Die Rasensaat ging noch nicht überall auf, das Schilf an den beiden Teichen im Park ist weit davon entfernt, einen Gürtel zu bilden. Aber eigentlich ist der Park fertig. Die Bagger, die noch Sand hin- und herschaufeln, bereiten den Park schon auf das vor, was er auch sein soll: eine große Veranstaltungsfläche. Drei Abreiteplätze für die Pferdesportmesse Equitana legen sie an, die Ende Mai zu Gast ist. Zwei dieser Plätze will Neuss-Marketing im Park belassen. Zur Ergänzung der vorhandenen Angebote.

Zwei Jahre ist es her, dass der Rat die Öffnung der Rennbahn und die Umgestaltung in einen Bürgerpark grundsätzlich beschlossen hat. Und Rebig ist stolz, dass jeder Punkt des Konzeptes auch realisiert wurde. Einzige Ausnahme: das Gastronomieangebot an den Teichen im Südosten des Parks gibt es nicht. Grund: Der Park liegt im Landschaftsschutzgebiet.

Toiletten gibt es im Park nicht. Wer muss, der muss zum Haus am Rennbahnpark. Eine Vorstellung, die Markus von Werden als Betreiber des dortigen Restaurant "Equipe" nicht gerade erheitert. Er fürchtet vor allem Dreck und Ärger. Skeptisch sieht auch Peter Ritters, der den kleinen Richterturm der alten Rennbahn durch Anpachtung vor dem Abriss bewahrt hat, den Park. Seine Sorge: Glasscherben, die von Parkbenutzern auf die Sandbahn geworfen werden (könnten). Denn auf der werden jeden Tag bis 11 Uhr früh Rennpferde trainiert.

Erst danach steht der Park den Bürgern offen. "Uneingeschränkt und grundsätzlich", wie Rebig betont. Ausnahme: Motorisierte Zeitgenossen bleiben draußen. Den Park auf 175 000 Quadratmeter Fläche sollen die Neusser für sich entdecken können. Dabei hilft eine Übersichtstafel, die der Karikaturist Wilfried Küfen gestaltet. Regeln, die den Parkbesuchern ans Herz gelegt werden müssen, sind dort auch zu finden. Abgefasst in freundlichem Ton, wie Ralph Dymek von Neuss-Marketing sagt. Dass Hunde angeleint bleiben müssen, steht dort, und dass die Grillplätze — bitte — sauber hinterlassen werden. Bis jetzt klappt das, denn einige Neusser haben diese nette Ecke schon "erobert".

(NGZ)
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