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Neuss: Endspurt im Ausbau der U3-Kitaplätze

Neuss : Endspurt im Ausbau der U3-Kitaplätze

Die Kita-Container bleiben länger als geplant bestehen. Zu groß schätzt die Stadt den Bedarf an U3-Plätzen ein. Im Haus Derikum entstehen zehn neue Plätze, am Standort des Kinderschutzbundes soll eine Betriebskita verwirklicht werden.

Für das Team des Kinderschutzbundes könnte es bald heißen: Koffer packen. Denn die Stadt plant, in den Räumen an der Michaelstraße eine Betreuungseinrichtung für Kinder zu schaffen. "Eine betriebliche Kinderbetreuung für Mitarbeiter des Rathauses ist dort vorgesehen", sagt Sozialdezernent Stefan Hahn. Derzeit sei die Verwaltung in Gesprächen mit dem Kinderschutzbund, der die Einrichtung, so Hahn, dann auch betreiben soll. Wann der Plan umgesetzt werden könnte, ist derzeit noch offen.

Klar ist dagegen, dass die provisorischen Bauten für die Betreuung von unter Dreijährigen in Neuss wohl deutlich länger stehenbleiben als im Vorfeld angenommen. Beispiel: die Kita-Container der Kita "Abenteuerland" in Allerheiligen, die im Februar ins neue Gebäude umziehen soll. Verschwinden wird der Container — in der Verwaltung "Raummodule" umschrieben — dann definitiv noch nicht. Denn die Stadt rechnet mit deutlich höherem Bedarf an U3-Betreuungsplätzen als sie zum 1. August 2013 vorhalten müsste. Ab dann gilt der Rechtsanspruch für Kinder unter drei Jahren, die Stadt kalkuliert zu diesem Stichtag mit einem Bedarf von 35 Prozent. "Aber ob es jetzt 32 oder 38 Prozent sein werden, ist nicht entscheidend", sagt Sozialdezernent Hahn. Umso mehr aber der allgemeine Trend: Demnach ist es mit den 300 Plätzen bis zum 1. August 2013 und weiteren 200 zum 1. August 2014 längst nicht getan. "Wir sind ständig auf der Suche nach neuen Flächen", sagt Hahn.

Eine solche neue Fläche für weitere U3-Plätze hat die Verwaltung im Haus Derikum ausgemacht: Dort soll eine eingruppige Einrichtung mit zehn Plätzen entstehen, die aber an eine bestehende Kita angegliedert werden soll. Die meisten Plätze entstehen laut der Planung auf dem Grundstück des Marie-Curie-Gymnasiums (100 Plätze, fünf Gruppen) sowie auf dem Grundstück Heinrich-Böll-Schule (80 Plätze, vier Gruppen). Insgesamt sollen bis August 2013 300 zusätzliche Plätze geschaffen werden. Damit könnten in den Einrichtungen und in der Tagespflege (allein dort sind es derzeit etwa 350 Plätze) 1100 unter Dreijährige betreut werden. Bis August 2014 sollen weitere 140 Plätze hinzukommen (siehe Info).

Die Unterscheidung zwischen U3- und Ü3-Betreuungsplätzen wird laut Hahn künftig obsolet werden. "Denn in den Einrichtungen sind dann ja die Drei- und Vierjährigen auf Plätzen, die auch für die Jüngeren zu nutzen wären", sagt Hahn. Rechtsanspruch gilt dann ohnehin für die Jüngeren wie die Älteren gleichermaßen.

Mit den Trägern sei die Stadt ebenfalls kontinuierlich in Kontakt. "Der Wille und das Engagement der Träger ist in Neuss sehr gut. Da habe ich aus anderen Kommunen anderes gehört", sagt Hahn. Allerdings sehen sich die Stadt sowie insbesondere die Träger wie Diakonie, Awo und Co. vor einem weiteren Problem: Personalmangel. "Das ist derzeit noch nicht so schlimm, es wird aber zunehmend schwieriger, genug Erzieher zu finden", sagt Hahn.

(NGZ/ac)