Neuss: Endlich Lärmschutzwall für Elvekum

Neuss: Endlich Lärmschutzwall für Elvekum

Nach langem Kampf erreichten die Bürger auch die Schließung einer Lücke.

Die Menschen in Elvekum müssen ihr Gespräch nicht mehr unterbrechen, wenn ein Güterzug durch das Dorf donnert. Denn die Bahn hat Wort gehalten: Nach sechs Jahren Kampf hat sie dem Drängen des Bürgerforum Elvekum nachgegeben und eine Lücke im Lärmschutzwall geschlossen, der nun die Bahnstrecke, die den 800 Jahre alten Ortsteil in zwei ungleiche Hälften teilt, beiderseits abschirmt.

Obwohl sich die S-Bahnen schon jetzt im 20-Minuten-Takt nahezu geräuschlos durch den Ort säuseln, kündigte Michael Käufer von der DB Netz AG weitere Verbesserungen an. Auf der Ostseite soll auf die Lärmschutzwand noch ein Element aufgesetzt werden. Eine "innovative Beugungskante", also ein Schallschutzelement, soll den Schalldruck noch weiter mindern. Ob es sich montieren lässt, weiß er aber noch nicht. Sonst werde die Wand halt konventionell aufgestockt.

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Vor sechs Jahren kündigte die Bahn an, mit Mitteln des Bundes den Schallschutz an schon bestehenden Strecken verbessern zu wollen. 11,5 Millionen Euro wurden dafür in Neuss investiert, 7,5 Kilometer Schallschutzwand entstanden. Allerdings sah die Ausbauplanung eine Lücke vor, die 104 Meter breit in der Elvekumer Lärmschutzwand klaffen sollte. Die Bürger machten mobil und schalteten - bevor sie als allerletzte Möglichkeit klagen wollten - 2011 Landrat Hans-Jürgen Petrauschke ein. Der erreichte, dass Elvekum zur Teststrecke gemacht werden sollte, auf der die Bahn innovative Schallschutzwände ausprobiert. Auf diesem Umweg sollte die Finanzierung gerettet werden. Diese Lösung zerschlug sich 2012, doch im Jahr danach gab der Bund über das "Infrastrukturbeschleunigungsprogramm II" doch noch die Gelder frei. So konnte jetzt auf der Westseite die Lücke zwischen der Lärmwand der Stadt - errichtet zum Schutz des Neubaugebietes Allerheiligen - und der Lärmschutzwand der Bahn geschlossen werden. Östlich der Bahn wiederum wurde an der Elvekumer Feldstraße die Wand um 106 Meter verlängert.

"Es gibt auch Bürgerinitiativen, die erfolgreich sind", stellte Petrauschke beim Ortstermin zum Abschluss der Arbeiten fest. Und Cornelius Otten hielt für die Bürgerinitiative fest: "Man wird von Güterzügen nachts nicht mehr geweckt."

(NGZ)
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