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Wahlkampf in Neuss/Düsseldorf: Empörung über Halbmond im Logo der CDU

Wahlkampf in Neuss/Düsseldorf : Empörung über Halbmond im Logo der CDU

Ein Neusser Politiker hat Wahlkampfgeschenke verteilt, in denen das Logo der CDU verfremdet wurde.

Ein türkischer Halbmond im Logo der CDU sorgt für Aufregung: In Neuss hat ein türkischstämmiger Christdemokrat, der in der Stadt für ein Ratsmandat kandidiert, Wahlkampfgeschenke verteilt, in denen das Parteilogo der Union verfremdet war. Ausgerechnet in das "C" ließ er den Halbmond einarbeiten - was ihm massive Kritik einbrachte, die sich vor allem im sozialen Netzwerk Facebook entlud.

Partei und Kandidat ruderten am Dienstag zurück. Es handele sich um ein Versehen, sagte der Neusser CDU-Parteivorsitzende Jörg Geerlings. "Das christliche Menschenbild bildet die Grundlage unserer politischen Arbeit in der Union", versicherte er. Das Logo werde nicht weiter verwendet. Der Fauxpas passiert zu einem für die Partei recht unglücklichen Zeitpunkt, denn innerhalb der Landes-CDU läuft derzeit eine Debatte über den Umgang mit türkischen Nationalisten. So hatte die Düsseldorfer CDU-Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel für den Landesparteitag, der an diesem Samstag stattfindet, einen Antrag unterzeichnet, der fordert, dass Personen, die der rechtsextremen türkischen Organisation "Ülkücü" ("Graue Wölfe") nahestehen, nicht Mitglied in der NRW-CDU werden dürfen.

Auf das Verhalten des Neusser CDU-Politikers angesprochen, sagte Pantel, es dürfe nicht sein, dass einzelne Personen ohne Absprache grundlegende Veränderungen der Parteilinie oder des Programms vornehmen. "Für mich ist gerade das ,C' der CDU enorm wichtig", sagte Pantel. "Auch aus Neuss habe ich Reaktionen gehört, diese ,Grauen Wölfe' seien doch harmlos - das halte ich für naiv", so Pantel, die deswegen eine Stellungnahme des Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion, Armin Laschet, einforderte. Der wollte sich jedoch nicht äußern. Wie sein Büro mitteilte, handelt es sich aus seiner Sicht um ein "Neusser Thema". Seine Parteikollegin Serap Güler, Landtagsabgeordnete und Vize-Vorsitzende des Deutsch-Türkischen Forums der CDU, kann die Aufregung um den Fall dagegen - wie sie sagt - "teilweise verstehen". Die CDU sei eine christlich geprägte Partei. Man dürfe jedoch nichts überinterpretieren.

Der CDU-Politiker habe seinen Fehler eingesehen. Güler selbst hat stets darauf verzichtet, türkische Symbole im Wahlkampf zu verwenden. Sie betont, dass sie auch als Muslima eine christliche Partei vertreten kann und die CDU eine offene Volkspartei sei. "Offen sein heißt auch, über eventuell bestehende Vorurteile zu sprechen - nur dann können wir sie abbauen", so Güler.

(RP)