Emilia Mandla und Ursula Wienken aus Neuss auf dem Weg zu Musik-Profis

Musikerinnen aus Neuss : Zwei Freundinnen und die Musik

Emilia Mandla (Gesang) und Ursula Wienken (Kontrabass) sind auf dem Weg zu Musik-Profis.

Ursulas Anteil ist auf jeden Fall höher, als sie selbst sagen mag. Findet ihre Freundin Emilia. 17 Jahre sind sie beide alt, Schülerinnen des Marie-Curie-Gymnasium, machen im nächsten Jahr ihr Abitur. Und dann? Für Ursula Wienken steht fest, dass sie Musik studieren wird. Am liebsten mit Schwerpunkt Jazz und Selberspielen, aber sie weiß auch genau um die Schwierigkeit, sich als Musikerin auf dem Markt durchzusetzen und wird wohl Pädagogik noch dazunehmen.

Auch Emilia Mandla peilt ein Musikstudium an, nur der Schwerpunkt liegt ganz woanders: auf Singen und Songwriting. Beide zusammen haben vor kurzem erst eine große Hürde genommen und auf der Bundesebene des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ einen dritten Platz im Bereich Pop belegt, Emilia als Sängerin mit Ursula als Begleiterin am Kontrabass.

Doch was heißt schon Begleiterin (deren Leistung in die Wertung der Jury kaum einfließt): „Ursula hat die Songs für mich arrangiert“, sagt Emilia, die nicht ohne Stolz in der Stimme außerdem darauf verweist, dass sie nur eigene Songs gesungen hat. „Ich war ein absoluter Newcomer“, sagt sie lachend, „fand es schon toll, beim Regionalwettbewerb weitergeleitet worden zu sein und habe mich dann auf Bundesebene unter 60 Sängern behaupten können.“ Und ergänzt: „Ich war einfach erleichtert, dass ich überhaupt einen Preis bekommen habe!“ Damit gerechnet habe sie jedenfalls nicht. Überhaupt hatte sich Emilia nur auf Zureden ihrer Gesangslehrerin an der Musikschule, Regina Schmitz, bei „Jugend musiziert“ beworben.

Dass beide Freundinnen auch am MCG in der Big Band engagiert sind, ist natürlich kein Zufall. Musik, so scheint es, bestimmt ihr Leben. Was bei Ursula Wienken kaum Zufall ist: „Meine Mutter singt, mein Vater spielt Gitarre, mein Bruder professionell Schlagzeug und meine Schwester Klavier“, erzählt sie. Klavierspielen hat auch sie gelernt, dann kam der Bass dazu, als E-Bass, sagt sie. Der Reiz der klassischen Musik führte unweigerlich zum Kontrabass und Unterricht an der Musikschule. Alle drei Instrumente gehören zur studienvorbereitenden Ausbildung (SVA) an der Musikschule, wobei Ursula auch schon ein eigenes Jazztrio gegründet hat. Nach den Ferien will sie an die „Offene Jazzhouse-Schule“ Köln.

Wenn sie mit Emilia Mandla auf der Bühne steht, ist Ursula zwar „nur“ Begleiterin, aber für die junge Sängerin ist der Anteil der Freundin kaum hoch genug zu bewerten: „Was ich ihr auf meiner Ukulele und mit meiner Stimme im Rohzustand präsentiere, arrangiert sie für Klavier und Kontrabass.“ Beim Songcontest „Young Stage“ treten sie für Neuss an, und als sie von ihrer Weiterleitung bei „Jugend musiziert“ erfahren haben, „haben wir vor Freude geschrien!“

Das sind Erfolge, die die Mädchen mutig machen und zu weiteren Schritten motivieren. So ist Emilia in der Musikschule in die SVA eingestiegen, steht auch bei den Neusser Musicalwochen in der Produktion „Alice im Wunderland“ auf der Bühne und nimmt die Proben dazu sehr ernst. Im Casting hat sie sich bewähren müssen, ist mit der ihr zugewiesenen Rolle der „Orga-Karte“ im Kartenspiel der Könige vollauf zufrieden. „Ich darf sogar ein kleines Solo singen“, sagt sie und ist ansonsten begeistert von der Stimmung im Team wie auch von der Ausbildung insgesamt. Dafür nimmt sie auch den Muskelkater gern in Kauf, erzählt sie. Man wachse dank der intensiven Arbeit über sich hinaus, hat sie festgestellt. Aber: „Man braucht unbedingt diesen Willen dazu.“

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