Elvekumer wehren sich gegen Gewerbegebiet

Geplantes Gewerbegebiet sorgt für Ärger: Bürger lehnen Umgehungsstraße ab

Die Politik will das Gewerbegebiet Derikum erweitern und zur Erschließung eine neue Straße bauen. Die Elvekumer lehnen beides ab. Für Montag lädt die neue Bürgerinitiative zur Diskussion mit der Politik ein.

Die Bürgerinitiative „Pro Lebensqualität in Elvekum“ lädt zur Bürgerinformation ein und fast alle Fraktionen im Rat haben schon zugesagt. Denn das Thema, das die BI um ihre Vorsitzende Dorothee Helten am Montag, 16. Juli, ab 19 Uhr in der Gaststätte „von Zons“ aufruft, beschäftigt derzeit den ganzen Neusser Süden: die Ausweisung neuer Gewerbegebiete und der von der Politik bereits initiierte Bau einer Umgehungsstraße.

Die Diskussion wird in einem Punkt allerdings etwas abstrakt bleiben müssen, denn noch ist offen, welche Trassenführung diese Straße nehmen kann, mit der das Gewerbegebiet Derikum erschlossen werden soll. Die Koalition von CDU und Grünen, die auf diese Umgehung besonderen Wert legt und zur Voraussetzung für eine Vergrößerung des Gewerbegebietes in Richtung Elvekum macht, will die Dieselstraße in westlicher Richtung – unter der Bahnstrecke hindurch – zur Nievenheimer Straße verlängern. Dazu gibt es auch im noch geltenden Flächennutzungsplan einen Korridor.

Alternativ wird darüber nachgedacht, von der Dieselstraße abzweigend eine Strecke ganz dicht entlang der Autobahn zu bauen und an den Kreisverkehr Kuckhover Straße anzubinden. Diese Lösung wurde aber noch nicht öffentlich verhandelt, schreibt Helten in einem umfangreichen Positionspapier zur Vorbereitung der Versammlung. Weil man für diese Variante östlich von Elvekum kein Hindernis wie die Bahn überwinden muss, wäre sie preiswerter und schneller zu realisieren.

Peter Fischer kommentiert solche Debatten nicht. Die Verwaltung sei von der Politik beauftragt worden, die verkehrliche Erschließung des Gewerbegebietes zu überprüfen, sagt der Pressesprecher der Stadt. „Dazu wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben“, sagt Fischer – das noch nicht vorliegt.

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Für die etwa 350 Elvekumer wäre schon viel erreicht, schreibt Helten, wenn „die bereits bestehenden Gebote intensiv und nachhaltig kontrolliert würden“. Dieser Wunsch der Bürger, auf diese Weise Elvekum (aber auch Derikum) vom Durchgangsverkehr zu entlasten, sei in der Vergangenheit leider nicht aufgegriffen worden. Nun fürchtet die Bürgerinitiative, dass diese Störungen von Politik und Verwaltung instrumentalisiert werden, um, so die Sprecherin, „auf diese Weise den Bau einer Hauptverkehrsstraße zu rechtfertigen“. Dagegen wehrt sich die BI genauso wie gegen eine Vermischung des Problems mit dem Durchgangsverkehr und der Lärmbelastung im Neusser Süden.

Ob man das aber überhaupt trennen kann? Das Verfahren zum Bau der Umgehungsstraße, dem die Politik Priorität einräumt, soll nämlich aufgehen in einem Verkehrskonzept für den Neusser Süden.

Die BI glaubt, dass eine Verlängerung der Dieselstraße nach Westen nicht als Umgehungsstraße zu vermitteln ist. Sie glaubt auch nicht, dass das Lärmproblem, das mit zusätzlichem Lkw-Verkehr verbunden sein wird, mit dem Bau einer neuen Straße zu lösen ist. Und sie wundert sich, dass in der bestehenden Situation noch Vorhaben wie ein Freizeitzentrum am Blankenwasser angeschoben wird – das neuen Verkehr erzeugen wird.