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Neuss: Eltern hinterfragen die Schulpläne der CDU

Neuss : Eltern hinterfragen die Schulpläne der CDU

Hinter der Neusser CDU liegt ein dreitägiges Informationsprogramm: Drei Abende lang haben die Schulpolitiker der Fraktion in drei Stadtteilen über die Sekundarschule informiert, um Eltern zu überzeugen, ihr Kreuzchen bei der Elternbefragung für die neue Schulform Sekundarschule zu machen.

Im Stadtteil Derikum warb Stadtverordnete Waltraud Beyen vor knapp 30 Eltern für die Sekundarschule und dafür, bei der Befragung mitzumachen, "die für alle Eltern anonym ist", so Beyen.

Ihre Zuhörer wollten vor allem eines wissen: Was sind die Vorteile einer Sekundarschule gegenüber der Alternative, der Gesamtschule? Für Beyen zählt dabei vor allem, dass für eine Gesamtschule im Neusser Süden die Realschule Norf zur Disposition steht, also sukzessive aufgelöst würde. "Das dürfen wir nicht zulassen", meinte Beyen, ohne allerdings zu erwähnen, dass für eine neue Sekundarschule auch eine Schule aufgelöst werden muss.

Die Vorteile der Sekundarschule seien, so CDU-Schulexpertin Stephanie Wellens, dass sie den kaufmännisch-technischen Bereich und handwerkliche Fähigkeiten fördert. Zwar sei über eine Kooperation mit einer weiterführenden Schule auch das Abitur möglich, "aber wir brauchen auch Jugendliche, die eine Ausbildung machen", sagte Wellens, die damit aber das Publikum nicht völlig überzeugen konnte.

"In der Gesamtschule kann mein Kind auch nach der zehnten Klasse abgehen und eine Lehre anfangen", sagte eine Mutter. "Aber gleichzeitig kann es auch in seiner gewohnten Schule bleiben, wenn es gut genug ist für das Abitur."

Dem Argument der Politiker, alle Neusser Schulen müssten um ihre Oberstufen bangen, wenn die vierte Gesamtschule käme, mochten die Eltern ebenfalls nicht folgen. Schließlich könne eine Gesamtschule immer noch in eine Sekundarschule umgewandelt werden, betonte ein Vater.

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